Donnerstag, 30. März 2006

Großer Preis von Melbourne: Renault
holt in Australien zum dritten Streich aus

  • Titelverteidiger Alonso sieht acht WM-Kandidaten
  • Schumacher will beim dritten Saisonlauf auf's Podium

Am Sonntag (6:00 Uhr MESZ) geht in Melbourne mit dem GP von Australien der dritte Formel-1-GP des Jahres in Szene. Damit wird die erste Serie der Übersee-Rennen 2006 abgeschlossen, ab Imola am 23. April stehen dann fünf Europa-Rennen an. In Melbourne, das wegen der Commonwealth-Spiele als traditionelle Saisoneröffnung ausgefallen war, holt Renault nach den Siegen von Fernando Alonso in Bahrain und Giancarlo Fisichella in Malaysia zum dritten Saisonstreich aus.

Der spanische Titelverteidiger führt nach zwei Rennen mit 18 Punkten vor den jeweils bei 11 Zählern haltenden Michael Schumacher (Ferrari) und Jenson Button (Honda) und steht nach einem Sieg und einem zweiten Platz jetzt schon besser da als nach zwei Rennen im Vorjahr, als er erstmals Weltmeister wurde. Der 24-Jährige sieht aber eine Menge Konkurrenz. "Alle acht Piloten der vier Topteams können Rennen gewinnen und haben daher WM-Chancen. Erst vor den letzten fünf oder sechs Saisonrennen wird man wirklich wissen, wer noch um den Titel kämpft", so Alonso.

Die vier Topteams, das sind nach allgemeiner Einschätzung Renault, McLaren-Mercedes, Ferrari und Honda. Nur Ferrari fährt in diesem Quartett nicht auf Michelin-Reifen sondern auf Bridgestone, was im "kühlen" Australien - Temperaturen um rund 20 Grad werden erwartet - ein Nachteil werden könnte.

Zudem muss Ferrari in Australien auf die bisher verwendeten, "beweglichen" Frontflügel verzichten, weshalb auch Rekord-Weltmeister Schumacher nicht an einen erfolgreichen Angriff auf Renault glaubt. "Die Saison ist lang. Wichtig ist, dass wir das Auto weiterentwickeln und in welcher Geschwindigkeit das im Verhältnis zu den anderen Teams passiert", sagte der Deutsche. Er hoffe dennoch auf einen Podiumsplatz in Australien.

Alonso ist trotz allem überzeugt, dass Renault die Weltmeisterschaft gewinnt und Teamkollege Fisichella sein härtester Gegner wird. "Ich kämpfe gerne gegen ihn. Den das heißt, dass unser Auto konkurrenzfähig ist", sagte Alonso. Fisichella hatte im Vorjahr in Australien gewonnen.

Während Alonso schon weiß, dass er 2007 in einem McLaren sitzen wird, mussten sich die beiden aktuellen McLaren-Fahrer Kimi Räikkönen und Juan Pablo Montoya Fragen über ihre F1-Zukunft stellen. Der Kolumbianer muss freilich abwarten, was der Finne tut, der wiederum wartet auf eine Entscheidung von Michael Schumacher. "Solange will ich mich nur um die Gegenwart kümmern", so Montoya, der auch bei Red Bull Racing im Gespräch ist.

Jüngster Kandidat im Formel-1-Ringelspiel ist seit kurzem Nico Rosberg. Der 20-jährige Deutsche wurde zuletzt mit McLaren in Verbindung gebracht, doch der momentane Williams-Pilot versicherte in Australien, dass da nichts dran wäre. "Aber natürlich schmeichelt es mir, dass ich nach zwei Rennen in den Medien schon so gehandelt werde", sagte Rosberg.

(apa/red)

30.3.2006 14:04
Ergebnisse, WM-Stand, Team-Porträts