Donnerstag, 13. April 2006

Langsam Enstpannung entlang der Elbe: Hochwasser sinkt schneller als erwartet

  • Rund 100 Hochwasserhelfer beendeten ihren Einsatz
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Die Menschen in den norddeutschen Hochwassergebieten können aufatmen, denn das Elbehochwasser sinkt rascher als von Experten vorhergesagt. "Die Pegelstände gehen schneller als erwartet zurück", sagte eine Sprecherin des niedersächsischen Landkreises Lüchow-Dannenberg am Mittwoch. Auch im schleswig-holsteinischen Lauenburg sank der Wasserstand der Elbe weiter. Die rund 100 Hochwasserhelfer beendeten ihren Einsatz, blieben nach Angaben eines Sprechers der Stadt aber in Alarmbereitschaft.

In Hitzacker stand die Elbe am Mittwochmittag bei 7,22 Meter, viereinhalb Meter mehr als die durchschnittliche Wasserhöhe. Am vergangenen Sonntag war mit 7,63 Meter der Höchststand erreicht worden. Etwa die Hälfte der überfluteten Straßen war wieder trocken.

"Wasser aus Häusern läuft alleine ab"
In Lauenburg lag der Pegelstand bei 8,80 Metern, normal sind es in Lauenburg sonst 5 Meter. Am Sonntag und Montag waren es noch 9,10 Meter gewesen. "Das Wasser aus den meisten Häusern läuft mit dem Rückgang des Hochwassers auch wieder von alleine ab", sagte Wehrführer Thomas Burmester. Wenn die 100 betroffenen Häuser trocken sind, sollen Statiker sie auf mögliche Schäden untersuchen.

Auch im Landkreis Stendal (Sachsen-Anhalt) wurde der Katastrophenalarm aufgehoben. Im Landkreis Ludwigslust (Mecklenburg- Vorpommern) sanken die Pegelstände stündlich um einen Zentimeter. Zwar könne keine Entwarnung gegeben werden, "aber mit jedem Zentimeter weniger wird es sicherer", sagte ein Sprecher des Krisenstabes. Im Hochwassergebiet in der Prignitz (Brandenburg) versuchten Helfer weiterhin, durchweichte Elb-Deiche zu stabilisieren.

Sachsen: Schnellere Verbesserung der Deiche
Nach dem Hochwasser der Elbe drückt Sachsen bei der Deichsicherung aufs Tempo. "Ab sofort sollen Deiche, die nicht mehr hochwassersicher sind, ohne Zeitverzug und bürokratischen Aufwand saniert oder im Einzelfall neu gebaut werden können", sagte Umweltminister Stanislaw Tillich. Umweltschützer forderten hingegen ein länderübergreifendes Hochwasserkonzept. Es sollte besonderen Wert auf Überschwemmungsflächen legen, teilte der brandenburgische Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) mit.

In Baden-Würtemberg hat sich die Hochwasserlage trotz Regens weiter entspannt. In Bulgarien ist der Wasserstand der Donau hingegen bedrohlich angestiegen. Soldaten standen am Mittwoch bereit, um Menschen bei Überschwemmungen zu helfen, hieß es aus dem Verteidigungsministerium in Sofia.
(apa/red)

13.4.2006 07:45