Samstag, 1. April 2006

Neuerliche Kurden-Proteste in der Türkei: Straßenschlachten im Südosten des Landes

  • Bereits acht Tote bei Krawallen in den letzten Tagen

Bei neuerlichen Protesten kurdischer Demonstranten im Südosten der Türkei ist am Samstag ein 27-jähriger Mann erschossen worden. Der Kurde kam bei gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Polizisten und Demonstranten in der Stadt Kiziltepe ums Leben. Die Zahl der in den vergangenen Tagen bei Unruhen in den türkischen Kurdengebieten getöteten Menschen stieg damit auf acht.

Die Polizei in Kiziltepe habe Tränengas eingesetzt und in die Luft geschossen, um einen Protestmarsch aufzulösen, der sich auf das örtliche Büro der Regierungspartei Gerechtigkeit und Entwicklung (AKP) zubewegt habe, teilte die prokurdische Partei Demokratische Gesellschaft mit. Dabei sei der 27-Jährige in den Kopf getroffen worden. Laut einem Bericht des Fernsehsenders NTV bewarfen die Demonstranten die Polizei mit Steinen und Brandsätzen und griffen auch einige Regierungsgebäude an.

Auch eine zweite Demonstration in der Stadt Silopi wurde laut Agenturangaben von der Polizei aufgelöst. In Diyarbakir, wo es Mitte der Woche zu den schwersten Straßenkämpfen seit mehr als zehn Jahren gekommen war, blieb am Freitag und Samstag dagegen alles ruhig.

Auslöser der Proteste war der Tod von 14 kurdischen Rebellen bei einer türkischen Militäraktion am 24. und 25. März. Sieben weitere Rebellen wurden bei einem Gefecht am Freitag getötet, wie Nachrichtenagenturen berichteten. (apa/red)

1.4.2006 18:40