Samstag, 1. April 2006

Todestag von Johannes Paul II.: Mehr als 100.000 Gläubige am Petersplatz erwartet

  • Samstag: Bereits Tausende am Grab des Papstes
  • Sonntag: Messe und Nachtwache zum Gedenken

Tausende Pilger sind am Samstag in Rom eingetroffen, um den ersten Todestag von Papst Johannes Paul II. zu begehen. Insgesamt wurden zu den Gedenkveranstaltungen 100.000 bis 150.000 Gläubige in Rom und dem Vatikan erwartet

Der Vorgänger von Benedikt XVI. war am Abend des 2. Aprils vergangenen Jahres gestorben. "Es war mein größter Traum, sein Grab zu besuchen", sagte der 55-jährige Henry Adamczyk, der sich aus dem polnischen Lubin auf den Weg zum Petersdom gemacht hatte. Er sei damals glücklich über die Todesnachricht gewesen. "Das bedeutete, Johannes Paul konnte endlich gehen, um seinen Vater im Himmel zu sehen."

Die polnische Botschaft beim Vatikan rechnete für Sonntag mit etwa 10.000 Menschen aus dem Heimatland des verstorbenen Papstes. Für den Abend war eine Nachtwache vorgesehen, für den Montag eine Totenmesse unter Leitung Benedikts. Johannes Paul starb um 21.37 in seiner Wohnung über dem Petersplatz. Todesursache war eine Blutvergiftung sowie Nieren- und Herzversagen infolge einer Infektion der Harnwege. Er liegt in einem schlichten weißen Marmorsarg in einer Grotte unter dem Petersdom begraben.

Rom: Johannes-Paul-Souvenire sehr gefragt
Dieser Tage ist Johannes Paul II. in Rom allgegenwärtig. In den Souvernirgeschäften werden noch mehr Karten, Bücher, Kalender, Medaillen, Schneekugeln und Büsten von ihm in die Auslagen gestellt. Im Empfinden seiner Verehrer ist Johannes Paul längst heilig. In Italien häufen sich Berichte von Gläubigen, die angeben, geheilt worden zu sein, nachdem sie den polnischen Papst gesehen haben.

"Santo subito!" ("Heilig sofort") war auf Spruchbändern zu lesen gewesen, als Johannes Paul II. zu Grabe getragen worden war. Rund drei Monate nach dem Tod des Papstes war das Seligsprechungsverfahren eröffnet worden. Benedikt XVI. hatte die vorgeschriebene Fünfjahresfrist außer Kraft gesetzt. Kurze Zeit später wurde das Tribunal feierlich eingeweiht, das die Seligkeit des verstorbenen Kirchenoberhaupts prüfen sollte. Viele hofften, Johannes Paul II. könnte an seinem ersten Todestag selig gesprochen werden.

"Der Weg ist noch lang, wir haben noch viel Arbeit vor uns", sagte der Postulator für die Seligsprechung von Johannes Paul II., Slowomir Oder, kürzlich. Das Verfahren war am 28. Juni durch Kardinalvikar Camillo Ruini eröffnet worden. Es werde "nach den Modalitäten, wie sie für den üblichen Verlauf eines jeden Selig- und Heiligsprechungsverfahrens gefordert werden, fortgesetzt", hieß es in einer Erklärung des römischen Vikariats.

Sonntag: Messe auf dem Petersplatz
Am Sonntag soll um 15.00 Uhr eine Messe auf dem Petersplatz gehalten werden. Mit einer abendlichen Gebetswache (Vigil) und einem feierlichen Gottesdienst wird der Vatikan Johannes Pauls II. gedenken. Kardinal Ruini wird ab Sonntagabend den Rosenkranz beten. Zum Abschluss wird Benedikt XVI. die auf dem Petersplatz versammelten Menschen segnen.

Am Montag um 17.00 Uhr soll es eine weitere Messe in der Peterskirche geben, die der Papst selbst lesen wird. Am kommenden Donnerstag wird der Weltjugendtag auf dem Petersplatz begangen. Der Papst wird um 19.00 Uhr die auf dem Petersplatz versammelten Jungendlichen begrüßen. Eine kleine Delegation wird mit dem Papst das Kreuz der Jugendlichen zum Grab Johannes Pauls II. bringen. (apa/red)

1.4.2006 12:18