Bestechungsaffäre um US-Politiker: Rudy setzte sich gegen Geld für Lobbyisten ein
- Republikaner drohen fünf Jahre Haft und Geldstrafe
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Die Affäre um die systematische Bestechung von US-Politikern zieht immer weitere Kreise. Wie das Justizministerium mitteilte, hat sich Tony Rudy, früherer Vizestabschef des ehemaligen republikanischen Mehrheitsführers Tom DeLay, gegen Bezahlung in mehreren Fällen für Lobbyisten eingesetzt.
Der 39-Jährige habe zugesagt, ab sofort vollständig mit der Justiz zusammenzuarbeiten. Ihm drohen demnach fünf Jahre Haft, 250.000 Dollar (206.543 Euro) Geldstrafe und die Rückzahlung von rund 100.000 Dollar an unrechtmäßig angenommenen Gefälligkeiten.
Rudy hat laut Justizministerium in seiner Zeit als Vizestabschef von DeLay zwischen 1997 und 2000 Abgeordnete unter anderem dazu bewegt, gegen ein Gesetz zu stimmen, das Internet-Casinos erlauben sollte. Unter anderem sei Rudy in dieser Zeit auf Kosten von Lobbyisten zu einem Luxus-Golfturnier in Kalifornien eingeladen worden. In den Jahren 2001 und 2002 habe Rudy als Lobbyist dann selbst mit Geschenken und Geld politische Entscheidungen gelenkt.
Damit rückt die Bestechungsaffäre immer näher an DeLay selbst heran. Der ehemalige enge Vertraute von US-Präsident Bush ist seit langem wegen Kontakten zu millionenschweren Washingtoner Lobbyisten unter Druck. Der bekannteste von ihnen, Jack Abramoff, war am Donnerstag zu fünf Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt worden.
Am Mittwoch hatte der Kongress ein schärferes Anti-Korruptions- Gesetz beschlossen. Die Lobbyisten-Affäre, von der rund 20 Parlamentarier betroffen sein könnten, droht, einer der größten Skandale zu werden, den die US-Politik in den vergangenen Jahrzehnten gesehen hat. (apa)
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