Freitag, 31. März 2006

Explosion an Bushaltestelle in Istanbul: Ein Toter, mehrere Verletzte durch Sprengsatz

  • Bombe war in einem Mülleimer versteckt
  • Kurden-Extremisten bekennen sich zu Anschlag

Bei einer Explosion an einer Bushaltestelle im europäischen Teil der türkischen Metropole Istanbul ist ein Mensch ums Leben gekommen. Elf Personen wurden verletzt, zwei von ihnen schwer, teilte der Gouverneur von Istanbul, Muammer Güler, laut Nachrichtenagentur Anadolu Ajansi mit.

Der Sprengsatz explodierte Fernsehberichten zufolge in einem Müllcontainer an der Endstation einer Buslinie in Kocamustafapasa im historischen Stadtbezirk Fatih. Bei dem Toten handelt es sich laut Güler um einen Gebäck-Straßenverkäufer.

Zu dem Anschlag bekannte sich die Organisation Freiheitsfalken Kurdistan. Sie sprach von einer Warnung und drohte damit, "die Türkei zur Hölle zu machen", falls die Gewalt im Südosten des Landes nicht beendet werde.

In Istanbul hatte es zuletzt im Februar zwei Bombenanschläge gegen einen Supermarkt und ein von Polizisten besuchtes Internetcafé gegeben. Dabei waren ein Mensch getötet und 30 verletzt worden. Auch diese Anschläge waren nach Einschätzung der Behörden von kurdischen Extremisten verübt worden.

In den letzten drei Tagen waren bei gewalttätigen Kurdenprotesten im Südosten der Türkei mindestens sieben Menschen getötet und mehr als 250 verletzt worden.

   In der westtürkischen Küstenstadt Izmir konnte unterdessen die Explosion einer Bombe rechtzeitig vereitelt werden. Der in zwei Blumentöpfen am Straßenrand deponierte Sprengsatz wurde zufällig von einer Frau entdeckt, die die Töpfe mit nach Hause genommen hatte und die Polizei alarmierte, als sie beim Wechseln der Erde auf ein Handy und zahlreiche Nägel stieß.

Die Polizei vermute, dass die aus vier Kilogramm Plastiksprengstoff bestehende Bombe bei der Vorbeifahrt eines Polizeifahrzeugs ferngezündet werden sollte, berichtete der türkische Nachrichtensender NTV.

(apa/red)

31.3.2006 18:04