Gewalt nicht mehr zu bremsen: Schule in Berlin steht ab sofort unter Polizeischutz!
- 6 Beamte versuchen sich in Gewalt-Deeskalation

Eine Schule im Berliner Problembezirk Neukölln steht nach einem Hilferuf der Lehrer unter Polizeischutz. Der Fall der Rütli-Hauptschule (7. bis 10. Klasse) hat in ganz Deutschland Aufmerksamkeit ausgelöst.
Sechs Beamte boten den Schülern Gespräche über die Eskalation der Gewalt an. Schulsenator Klaus Böger sagte vor der Schule, er habe von den Problemen der Lehrer erst durch die Presse erfahren. "Hier gibt es keine schnellen Lösungen."
Die Lehrer der Rütli-Schule hatten sich wegen der eskalierenden Gewalt verzweifelt an die Schulverwaltung gewandt und erklärt, sie wüssten nicht mehr, wie sie Gewalt und Unterdrückung anderer Schüler verhindern sollten. Es herrsche Respektlosigkeit gegenüber jeder Autorität. 80 Prozent der Schüler an dieser Hauptschule stammen aus Migrantenfamilien.
Nach Rücksprache mit dem Polizeipräsidenten und der Schule sei beschlossen worden, dass Taschenkontrollen der Schüler nicht nötig seien, sagte Böger. "Es ist ein Irrtum zu glauben, dass die Probleme mit der Polizei gelöst werden können." Den Einsatz der Beamten hatte Böger am Vortag nach Bekanntwerden der Probleme angeordnet.
Bezirks-Bürgermeister Heinz Buschkowsky sagte, Kernproblem der ausufernden Gewalt seien Defizite in den Elternhäusern. Nach Aussage eines Polizeisprechers gibt es an der Rütli-Schule aber nicht mehr offiziell registrierte Straftaten als an anderen Berliner Schulen. Die Berliner CDU warf dem rot-roten Senat und insbesondere Schulsenator Böger "komplettes Versagen" vor. (apa)
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