Wahlkampf in der Endphase: Prodi warnt vor Beeinflussung durch Berlusconis TV
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I: Berlusconi beherrscht doch nicht alle Medien
Der italienische Oppositionschef Romano Prodi hat zehn Tagen vor den Parlamentswahlen vor dem Einfluss der Medien des Regierungschefs Silvio Berlusconi im Wahlkampf gewarnt. "Berlusconi verliert immer mehr das Vertrauen der Italiener, auch wenn seine Medien in diesem Wahlkampf eine unglaublich große Rolle spielen. Ich vertraue auf die Ernsthaftigkeit und Reife der Italiener, die sich eine politische Wende im Kampf wünschen", sagte Prodi.
Italien benötige dringend eine "harmonische Versöhnungsphase" nach der "Hasskampagne" Berlusconis, meinte Prodi. "Schluss mit den Spaltungen, die der Regierungschef geschürt hat. Er hat seinen Wahlkampf auf Provokation gebaut. Das werden die Italiener bestrafen", versicherte der Oppositionschef.
Er vertraue in die Kraft der Demokratie. "Vier Millionen Wähler haben an den internen Vorwahlen der Mitte-Links-Allianz teilgenommen. Das bedeutet, dass die Demokratie in Italien funktioniert. Ich habe in diesen Monaten einen Wahlkampf mit wenig Mitteln geführt. Mit einem Lkw habe ich ganz Italien bereist. Für diesen Wahlkampf haben uns die Gelder für die Parteienfinanzierung genügt", sagte Prodi.
Seine Kampagne unterscheide sich von jener Berlusconis, der enorme Mittel eingesetzt habe, um die Wähler zu gewinnen. Dabei sei der Wahlkampf für die Opposition noch schwieriger als vor zehn Jahren. "Damals hatte Berlusconi noch nicht die Kontrolle der RAI übernommen. Der Ministerpräsident hat die Kontrolle des TV-Systems, doch ich habe den Wahlkampf auf den Straßen und auf den Plätzen geführt", meinte Prodi. Das Problem der Interessenskonflikte der Politiker müsse in Italien wie in anderen demokratischen Ländern rasch gelöst werden. Dies sei eine Priorität seines Bündnisses, sollte er die Parlamentswahlen gewinnen.
Der Oppositionschef beteuerte, dass der Kampf gegen die Steuerhinterziehung ein Hauptziel seines Programms sei. "Ich will die Steuern nicht anheben, die Bürger müssen aber wissen, dass die Dienstleistungen je nach Einkommen bezahlt werden müssen. In diesen fünf Jahren unter Berlusconis Leitung ist Italien zu einem Land der Schlauen geworden", so der Oppositionschef. (apa)
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