Wahlbetrugs-Affäre: Havel rief Initiative
"Bürgerliches Weißrussland" ins Leben
- Rücktritt von Lukaschenko in einer Petition gefordert
- Havel in weißrussische Botschaft nicht eingelassen
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Wirtschaftliche, politische und geographische Fakten
Der ehemalige tschechische Staatspräsident und einstige Dissident Vaclav Havel hat eine Initiative "Bürgerliches Weißrussland" ins Leben gerufen, die gegen den Verlauf der kürzlichen Präsidentenwahlen in Weißrussland und gegen die Verhaftung der Gegner des Regimes von Alexander Lukaschenko protestiert. Wie die tschechischen Medien weiters berichteten, wollte Havel einen schriftlichen Protest persönlich den weißrussischen Diplomaten in Prag übergeben, wurde jedoch in die Botschaft nicht eingelassen. Deshalb hat er die Petition in den Briefkasten der Botschaft eingeworfen.
Die Signatare der Petition, darunter auch Senator Karl Schwarzenberg und weitere tschechische Politiker und Menschenrechtler, haben Lukaschenko zum Rücktritt aufgefordert. "Wir protestieren entschieden gegen die Fälschung der Vorbereitung und des Verlaufs der Präsidentenwahlen in Weißrussland und verurteilen die Polizeigewalt bei dem Eingriff in die friedlichen Demonstration am Samstag in Minsk", heißt es in dem Papier. Außerdem sollten die Inhaftierten sofort entlassen und ihre Verfolgung eingestellt werden, fordern weiters die Signatare.
Vor der weißrussischen Botschaft erklärte Havel, er wisse aus eigener Erfahrung, wie wichtig derartige Solidaritäts-Aktionen für jene seien, die sich um die Freiheit einsetzten. Dass er die Petition dem Botschafter nicht persönlich übergeben konnte, verwundere ihn nicht. Es erinnere ihn an das Jahr 1979, als seine britische Dramatikerkollegen Tom Stoppard und Harold Pinter gegen seine Verhaftung durch die kommunistische Polizei protestiert hatten. Auch sie hätten ihren Protest in den Briefkasten der tschechoslowakischen Botschaft in London einwerfen müssen. "Sie (die weißrussische Behörden) werden es aber bestimmt lesen", betonte Havel.
Der frühere tschechische Staatspräsident hat sich auch nach seiner 2003 beendeten Amtszeit für die Menschenrechte in Ländern mit einem totalitären oder autokratischen Regime eingesetzt. Besondere Aufmerksamkeit schenkt er neben Weißrussland auch Kuba. (apa)
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