Opposition in Weißrussland gint sich noch nicht geschlagen: Friedliche Demo in Minsk
- Protest von 100 Menschen: Solidarität mit Inhaftierten
- Schweigender Protest: Polizei griff diesmal nicht ein
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Nach dem jüngsten Einschreiten der Polizei gegen Regierungsgegner in Weißrussland haben am Sonntagabend rund 100 Menschen schweigend ihre Solidarität mit festgenommen Demonstranten bekundet. Die überwiegend jungen Leute zündeten an einem zentralen Monument in der Hauptstadt Minsk hunderte Kerzen für die Inhaftierten an. Die Polizei griff zunächst nicht ein.
Am Vortag hatte die weißrussische Führung unter Präsident Alexander Lukaschenko dem Westen vorgeworfen, die Opposition aufzuhetzen und damit das Land destabilisieren zu wollen. "Für objektive Beobachter ist es ganz offensichtlich, dass die Situation in Weißrussland völlig ruhig ist", hatte das Außenministerium erklärt.
Die Polizei habe Ruhe und Geduld bewiesen und sei erst eingeschritten, als ein Teil der Demonstranten auf Drängen des Oppositionspolitikers Alexander Kosulin das Untersuchungsgefängnis habe stürmen wollen, in dem zuvor festgenommene Demonstranten sitzen. Kosulins Frau Irina sagte Reuters am Sonntag, die Polizei habe ihr bislang nicht sagen wollen, wo ihr Mann inhaftiert ist.
Die Demonstranten fordern eine Wiederholung der Präsidentenwahl vom 19. März. Lukaschenko, der Weißrussland seit zwölf Jahren im autoritären Stil regiert, war dabei mit großer Mehrheit im Amt bestätigt worden. Die USA, die EU und die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) rügten die Wahl jedoch als unfair und unfrei.
(apa/red)
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