Wenn der tiefer Fall droht: Mehr als eine Million Österreicher sind armutsgefährdet
- Kinder und Jugendliche besonders stark betroffen
- Psychotherapieprojekt von Caritas und Pfizer
Die Gefahr von Armut und drohender Wohnungslosigkeit in Österreich steigt - besonders bei Jugendlichen. "Mehr als jede vierte Person, die unter der Armutsgrenze lebt, ist minderjährig", berichtete der Wiener Caritasdirektor Michael Landau. 113.000 Kinder und Jugendliche bis 19 Jahren leben in Armut, 273.000 sind armutsgefährdet.
"Armut grenzt nicht nur aus - Armut macht auch krank", unterstrich Landau. Das Projekt "Pfizer Kids" bietet psychotherapeutische Hilfe für traumatisierte und sozial benachteiligte Kinder an. Die Psychotherapien sollen helfen, ein neues Vertrauen aufzubauen und neue Chancen zu eröffnen.
Viele Kinder, die früh mit den finanziellen Sorgen ihrer Eltern konfrontiert werden, leiden an Einschlaf- und Gewichtsstörungen, häufigem Kopfweh, Bettnässen oder ständig wiederkehrenden Albträumen. Wohnungslosigkeit, frühe Gewalterfahrungen sowie ständige Geldsorgen in der Familie sind besonders für Kinder sehr belastend. Für sie bedeute Mittellosigkeit oft auch eine Erschütterung des Urvertrauens in die Eltern, die meistens selbst überfordert sind und nicht den Halt und Schutz geben können, den Kinder brauchen, so der Caritasdirektor.
Bisher konnten 34 Kinder und Jugendliche psychologisch betreut werden, die Betreuungsdauer liegt bei etwa ein bis zwei Jahren. "Nachhaltiges Engagement ist wichtig, denn Seelen heilen nicht von heute auf morgen", betonte Inge Pröstler Verantwortliche für Familienhilfe und Psychotherapie der Caritas Wien. Das Projekt, das der US- amerikanische Pharmakonzern Pfizer gemeinsam mit der Caritas initiierte, hat schon die ersten Erfolge gebracht. Sieben Kids haben ihre Therapie bereits erfolgreich abgeschlossen und haben die Chance, für ihr Leben Eigenverantwortung zu übernehmen.
(apa/red)
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