Donnerstag, 30. März 2006

Geiger verteidigt sich: Über Razzien im Rotlichtmilieu "nie eine Silbe verraten"!

  • Spitzen-Kriminalist: "Nie Amtsmissbrauch begangen"
  • Polizist gibt privates Treffen mit Sauna-Besitzer zu

"Ich habe keine Razzia verraten und auch keinen Einfluss auf Kontrollen genommen." Dies bekräftigte der suspendierte Spitzen-Kriminalist Ernst Geiger in einem Interview mit dem ORF-"Radio Wien". Er, Geiger, sei an einer Aufklärung des Falles interessiert: "Ich werde auch aktiv daran mitarbeiten. Ich bin überzeugt, dass die Wahrheit ans Licht kommen wird."

"Ich habe nie Amtsmissbrauch begangen oder ein Amtsgeheimnis verraten." Diese Stellungnahme übermittelte der in der "Sauna-Affäre" suspendierte Spitzen-Kriminalist Ernst Geiger auch der "Presse". Über seinen Rechtsanwalt Manfred Ainedter ließ er ausrichten: "Die Anschuldigungen stimmen nicht." Im Gespräch mit der APA hielt Ainedter dazu fest: "Es gibt überhaupt keine Beweise, das Ganze ist eine reine Indiziengeschichte."

Über Razzien im Rotlichtmilieu habe Geiger "nie eine Silbe verraten". Laut Ainedter soll sich die Vorgeschichte folgendermaßen zugetragen haben: Mit dem Sauna-Betreiber verbinde Geiger eine private Bekanntschaft. Nicht zuletzt deshalb habe dieser sich an ihn, Geiger, gewandt, um sich über ständige Razzien in seinem Lokal zu beschweren. Über diese Beschwerde habe er auch einen Aktenvermerk angelegt. Dann habe es ein Telefonat gegeben: Er habe sich mit dem Sauna-Besitzer für den 9. März ein privates Treffen in einem Kaffeehaus ausgemacht.

Dieses Telefonat sei abgehört worden, erläuterte Geigers Rechtsbeistand. Das Treffen sei von der Polizei observiert worden. Von der Weitergabe geheimer Polizei-Infos könne keine Rede sein. Ainedter rechnet damit, dass eine Entscheidung über eine Anklageerhebung oder die Einstellung des Verfahrens "in wenigen Tagen, höchstens Wochen" fällt, sagte er gegenüber der APA. (apa/red)

30.3.2006 17:30