Donnerstag, 30. März 2006

Zeuge Jehovas lehnte Bluttransfusion ab: Ärzte mussten 19-Jährigen verbluten lassen

  • Wiener KAV-Chef: "Das macht mich sehr betroffen"
  • PLUS: Keine Bluttransfusionen aus Glaubensgründen

Ein 19-jähriger Zeuge Jehovas ist nach einer abgelehnten Bluttransfusion verblutet. Die Ärzte mussten hilflos zusehen. Der Generaldirektor des Wiener Krankenanstaltenverbunds (KAV), Wilhelm Marhold zeigt sich sehr betroffen: "Mich als Arzt macht das enorm betroffen." Für alle Beteiligten sei es schwer zu verkraften, jemandem absolut nicht helfen zu dürfen, obwohl es medizinisch ohne weiteres möglich gewesen wäre.

Glücklicherweise kämen Situationen mit einer solchen Tragik nicht häufig vor: "Ein Fall mit dieser harten Ausprägung ist mir in 20 Jahren Berufserfahrung das erste Mal bekannt geworden." Meist könne man in Gesprächen mit den Patienten oder deren Angehörigen eine Lösung finden. Die Vorschriften für die Ärzte in solchen schwierigen Situationen könne er als Wiener Spitälerchef jedenfalls nicht ändern, so Marhold, denn es handle sich um bundesgesetzliche Regelungen. (apa/red)

30.3.2006 14:43