"Das Schönste ist die Freiheit im Kopf. Auf Rennstrecke zählt ausschließlich das Bike"
- Gantner, Boss von Salamander Öserreich & die Bikes
- Die ersten Sonnenstrahlen verlocken zum "Ausritt"

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Die Hochsaison für die Schnäppchenjagd beginnt
Martin P. Gantner, Boss von Salamander Österreich, liebt heiße Eisen. Seine Spezialität bei der Ducati Challenge: Den Gegner ausbremsen, denn "Gas geben kann schließlich jeder Affe". Sein erstes motorisiertes Zweirad war ein Puch-Roller mit 125 Kubik. "Den besitze ich aber leider nicht mehr", erzählt Martin P. Gantner, 41, in seinem Brotberuf Österreich-Geschäftsführer des Schuhhandelsfilialisten Salamander.
Seine zweite Maschine, eine Yamaha XT 500, die er als 18-jähriger Jungspund erworben hat, gibt es hingegen noch; und zwar in voll fahrtauglichem Zustand. Erst vergangenes Jahr tourte Gantner mit dem Oldtimer durch die französischen Alpen.
Mr. Easy Rider
Gantners Faszination für Motorräder endet aber keineswegs beim gemütlichen Cruisen, der Betriebswirt ist ein sattelfester Bikefreak, der sein Hobby seit sechs Jahren auch wettbewerbsmäßig auslebt. Pro Saison bestreitet er fünf bis sieben Rennen, und die Erfolge können sich durchaus sehen lassen: Bei der ÖM Superbike 2005 belegte er Platz 15 in der Jahreswertung, bei der Ducati Challenge Platz 13.
Im richtigen Moment loslassen
Nicht unbedingt die ungefährlichste Art, seine Freizeit zu gestalten. Immerhin hat der Mann nicht nur einen verantwortungsvollen Job, sondern muss auch an Frau und Kind denken. "Bislang hatte ich Glück. Ich bin erst zweimal im Training gestürzt", so Gantner, beide Male mit relativ glimpflichem Ausgang. Trotzdem: "Die Rettung ist bei jedem Rennen und Training im Einsatz", gesteht der Manager. Wenn man jedoch die wichtigste Regel beim Biken instinktiv beherrscht, ist das Risiko kalkulierbar: "Beim Stürzen loslassen, ansonsten läuft man Gefahr, von 200 Kilogramm Eisen erschlagen zu werden ..."
Drei Männer und sechs Ducatis
Gantner war zwar schon immer ein Motorradnarr - "Mit 14 Jahren bin ich das erste Mal gefahren, illegal natürlich", berichtet der gebürtige Wiener mit "starken Waldviertler Wurzeln" -, auf den besonderen Renngeschmack ist er jedoch erst vor ein paar Jahren gekommen. In einer Freundesrunde kam die Idee auf, ein paar Runden auf dem Hungaroring zu drehen. Mit dabei: Günter Roth von der Werbeagentur AHA und der Wiener Juwelier Werner Pejrimovsky. Aus dem Wochenendausflug von damals entstand eine eingeschworene Bikerpartie. Das Triumvirat besitzt heute gemeinsam sechs Ducatis - die Ferraris unter den Bikes -, wobei eine Maschine zum puristischen Renngerät umgebaut wurde. "Dabei habe ich immer über die Profis gelacht, die in gebückter Haltung am Motorrad hängen", erinnert sich Gantner belustigt. Heute hängt er selbst am Bike.
Einheit aus Mensch und Maschine
Gantner und seine Maschine sind eins: "Man erlebt eine echte Grenzverschiebung", beschreibt er das intensive Gefühl, "wenn man die Radaufstandsfläche am Asphalt spüren kann oder genau ausloten muss, wie weit der Hinterreifen in der Kurve nach außen driften darf".
Kopf-Freiheit
Hinzu kommt: "Die komplette Freiheit im Kopf. Wenn ich zu einem Rennwochenende fahre, bin ich nicht erreichbar. Und auf der Rennstrecke selbst gibt es nur die Arbeit mit dem Motorrad." Gantners schönstes Erlebnis war ein Zweikampf auf dem Hungaroring. Die gesamte Renndistanz matchte er sich damals mit einem Gegner, der eine um 30 PS stärkere Maschine fuhr. "Trotzdem machte ich das Rennen und fuhr als Erster über die Ziellinie." Dabei ist es gar nicht sein primäres Ziel, die Nummer eins zu sein: "Schnell fahren kann jeder Affe. Kurvenkombinationen schön zu durchfahren gibt mir mehr als reiner Speed", erklärt Gantner. "Es ist auch bei weitem schöner, jemanden auszubremsen als jemanden auszubeschleunigen."
Bring your family
Gantners Freude am Zweirad teilen - gottlob - auch seine Frau Renate (auch sie hat den Motorradschein) und seine zwölfjährige Tochter Inez. "Die Kleine lenkt schon selbst ein Minibike mit einem Viertaktmotor und Gangschaltung", erzählt der stolze Vater. Keine Frage also, dass bei den Rennwochenenden im Sommer die Familie mit dabei ist. "Darüber bin ich sehr froh", sagt Gantner, dessen Lieblingsstrecke in Mugello liegt -die Haus-und Hofstrecke von Ferrari. Ansonsten werden die Bewerbe in Österreich, Ungarn und Tschechien ausgetragen.
Monetäre Kondition
Wer ein solches Hobby betreibt, braucht auch die nötige Ausdauer in der Geldbörse. Mindestens 15.000 Euro muss man pro Rennsaison rechnen. "Da ist ein Totalschaden aber nicht inbegriffen", rechnet Gantner vor. Für eine neue Ducati muss man etwa 30.000 Euro hinblättern. Dass der Ducati-Pilot bei den Reparaturen selbst Hand anlegt, hat aber nicht nur mit der Eindämmung der Kosten zu tun. Gantner: "Das Zangeln, also dass man die Technik selbst betreut, gehört einfach dazu."
Jetzt, wo die ersten Sonnenstrahlen den Winter vertreiben, juckt es Gantner bereits wieder - der Ruf der Rennstrecke wird lauter: Der Saisonauftakt steigt am 14. 4. beim Austria Endurance Cup am Hungaroring. Mit dem Training, um Mensch und Maschine auf Renntemperatur zu bringen, hat Gantner schon begonnen ...
Die ganze Story in Format Nr.12, 2006
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