Freitag, 24. März 2006

E-MEDIA: Der Toyota Prius und "Warum Frauen in Zukunft doch einparken können"

  • Das erste Auto, das automatisch rückwärts einparkt
  • Toyota Prius: Ein Zukunftsauto ab 26.679,- Euro

Der neue Toyota Prius parkt automatisch rückwärts ein und hört auf Sprachbefehle. E-MEDIA hat das Multimedia-Auto getestet. Die Einparkhilfe beim Toyota Prius funktioniert über eine eingebaute Heckkamera und ein Display vorne. Zum Einparken muss am Monitor die exakte Parkposition eingegeben werden.

Nein, wir machen jetzt keine Scherze à la "Warum Frauen nicht einparken können". Diese plumpe Stammtisch-"Weisheit" wird in Zukunft ohnehin für keine Lacher mehr sorgen. Denn Toyota lässt eine der letzten vermeintlichen Männerbastionen fallen. Mit dem neuen Prius haben die Japaner das weltweit erste Auto auf dem Markt, das automatisch rückwärts einparken kann.

Auto mit Parkassistent
Toyota hat den runderneuerten Prius - übrigens das meistverkaufte Auto mit umweltfreundlichem Hybridantrieb - mit einem "Intelligent Park Assist", kurz IPA, aufgerüstet. Und so funktioniert es: Die neue Technik berechnet den korrekten Lenkwinkel und steuert den Wagen mittels elektronischer Servolenkung - egal ob rückwärts oder parallel - in jene Parklücke, die der Fahrer mithilfe von Heckkamera und Touchpanel-Bildschirm vorher definiert hat. So weit die Theorie - in der Praxis will das elektronische Einparken allerdings gelernt sein.

Einparken per Fingerdruck
E-MEDIA hat es ausprobiert. Zugegeben: Bei den ersten Versuchen stellt man sich an wie ein Führerscheinneuling. Ungewohnt ist vor allem der Blick aufs Display - normalerweise schaut man ja beim Einparken über die Schulter. Beim Prius läuft alles über den Monitor, der sich automatisch aktiviert, wenn der Rückwärtsgang eingelegt wird. Auf diesem Screen stellt man mit einem Fingerdruck genau ein, wo man das Auto parken will. Ein grüner Rahmen zeigt an, ob das Auto richtig positioniert ist. Anfänglich dauert es aber sehr lange, bis man den Dreh raus hat, den Rahmen in die korrekte Position zwischen den parkenden Autos zu bringen.

Verantwortungsbewusst handeln
Ist alles erledigt, drückt man auf OK, lässt leicht die Bremse los und nimmt die Hände weg vom Lenkrad. Wie von Zauberhand steuert das Auto rückwärts im Schritttempo in die Parklücke. Solange sich der Wagen im grünen Rahmen bewegt, ist alles in Ordnung. Aber Achtung: Der Fahrer trägt natürlich weiterhin die Verantwortung. Befindet sich im Parkradius ein Hindernis - etwa ein Fußgänger, Kinderwagen oder
Hund -, muss das Manöver sofort abgebrochen werden. Zum Abbrechen muss man nur die Fußbremse ganz lösen - das Auto bleibt sofort stehen. Das passiert auch, wenn man ins Lenkrad greift oder versucht, Gas zu geben.

Nachteil des Parkautomatismus
Der Prius schafft nur größere Parklücken. Das Parken auf dem Randstein oder bergauf funktioniert ebenfalls nicht wirklich. Das Auto hört auf Sprachbefehle. Dafür punktet der Prius mit reichlich Multimedia an Bord. Dazu gehört unter anderem ein neues DVD-Navigationssystem mit um 65 % gesteigerter Rechenleistung.

Fazit
Toyota hat mit dem neuen Prius ein echtes Zukunftsauto entwickelt. Macht man alles richtig, funktioniert die Einparkhilfe überraschend gut. Im dichten Stadtverkehr, wenn man sich schnell in eine Parklücke zwängen möchte, ist das System allerdings weniger geeignet, da alles viel zu lange dauert.

Preis des Prius: ab 26.679 Euro. Für den Park-Assistenten muss man noch 2.000 drauflegen.

Die ganze Story in E-MEDIA Nr. 6

24.3.2006 09:45