Vertrauen in Arznei aus Drogerie gering:
Auch Web-Einkauf als riskant empfunden
- 97 Prozent vertrauen Medikamenten aus Apotheke
- dm drogeriemarkt Österreich kritisiert Angaben

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Die Angst vor gefälschten Medikamenten sitzt offenbar tief: Laut einer von der Österreichischen Apothekerkammer in Auftrag gegebenen Umfrage vertrauen 97 Prozent der Teilnehmer am ehesten Arzneimitteln aus der Apotheke. Nur ein Prozent würde einem Medikament aus einem Drogeriemarkt das Vertrauen schenken, kein einziger der Befragten einem Arzneimittel aus dem Internet. dm drogeriemarkt Österreich kritisierte diese Angaben.
Auch bei der Beratung sind laut Umfrage Apotheken Anlaufstelle Nummer eins: 91 Prozent holen sich dort Informationen über Dosierungen, Wirkungen und Nebenwirkungen. Nur vier Prozent würden eine Beratung im Internet in Erwägung ziehen. In einem Drogeriemarkt würde sich keiner der Befragten beraten lassen. 87 Prozent der Befragten schätzen das Risiko, ein gefälschtes Medikament zu erhalten, im Internet am höchsten ein. 78 Prozent gaben an, dass eine Apotheke näher zu ihrem Wohnort zu finden ist als ein Drogeriemarkt. Nur bei 15 Prozent liegt der Drogeriemarkt näher.
dm wehrt sich gegen Angaben
Sein Unternehmen "verkauft seit Jahren Arzneimittel, das geht in der Diskussion derzeit unter", hielt der geschäftsführender Gesellschafter von dm drogeriemarkt Österreich, Günter Bauer, in einer Stellungnahme gegenüber der APA fest. Angeboten würden Mittel wie Hustensaft, Magentabletten und Nahrungsergänzungsmittel. Man wolle eine Ausweitung der bestehenden Verordnungen (Paragraf 17 a Arzneimittelgesetz), wonach 1.900 Arzneimittel nur in Apotheken verkauft werden dürfen. Lediglich in Österreichs seien die Bestimmungen derart streng.
dm-Befragung: "Beratung nicht notwendig"
Unternehmenseigenen Umfragen zufolge befürworte übrigens eine Mehrheit der Österreicher - "an die 80 Prozent" - Arzneimittelverkauf in Drogeriemärkten. 78 Prozent sagten Bauer zufolge laut dieser Studie, sie bräuchten keine Beratung bei Arzneien des täglichen Gebrauchs. "Beratung und Verschreibung passiert beim Arzt - das soll auch so bleiben." (APA/red)
