Dienstag, 21. März 2006

Schwere Zeiten für Online-Gamer in China:
Ab Juni müssen Spieler Identität preisgeben

  • Verfahren zum "Schutz" vor exzessiver Spielsucht
  • Echtheit der Daten soll von Polizei überprüft werden

Peking will die Anonymität im Internet einschränken. Nutzer von Online-Spielen müssen von Juni an ihre Identität preisgeben, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua am Dienstag. Die Echtheit der Eingabe soll von der Polizei überprüft werden. Das System, das zunächst bei sieben chinesischen Anbietern getestet werden soll, verlangt die Eingabe der Personalausweisnummer vor dem Spiel. Bei einer Falschangabe sollen Platz und Punkte des Spielers gelöscht werden.

Das Verfahren zur Preisgabe der Identität solle vor allem Eltern erlauben, ihre Kinder überprüfen zu können. Es sei ein weiterer Versuch der Behörden, der zunehmenden Spielwut Herr zu werden. Im vergangenen Jahr hatten sie bereits einen Mechanismus eingeführt, der die Spieler nach einer bestimmten Zeit automatisch hinauswarf. In China häufen sich Berichte von exzessivem Online-Spielen und Internetsucht. Mehr als 20 Millionen der 111 Millionen chinesischen Internetsurfer sollen Online-Spiele nutzen. Manche spielen mehrere Tage ohne Unterbrechung. Chinesische Internet-Experten befürchten laut Xinhua allerdings einen Missbrauch der Daten von Online-Spielern, vor allem durch kriminelle Hacker. (APA)

21.3.2006 16:34