AUSTRIA Wien: Meistertrio mit Ablaufdatum

Sportlich top, nach dem angekündigten Stronach-Ausstieg allerdings
finanziell vor einer ungewissen Zukunft. Austria-Manager Kraetschmer warnt: ,Geht Stronach wirklich, ist der Klub in seiner Existenz bedroht!
Der Ballyhoo nach der 0:3-Niederlage der Wiener Veilchen in der Salzburger Bullen-Arena endet mit einem salomonischen Urteil des Bundesliga-Strafsenats: Die gelb-rote Karte gegen Austria-Stürmer Roland Linz wegen angeblicher Nichteinhaltung des Schmuckverbots wird aufgehoben, das Resultat aber beglaubigt. Beide Titelkandidaten verzichteten in der Folge auf Einsprüche, die sportliche Entscheidung soll auf dem Fußballplatz und nicht am grünen Tisch fallen, sind sich die Streitparteien einig. Schon am kommenden Sonntag, 26. März (15.30 Uhr, live bei Premiere Austria), kommts im Wiener Horr-Stadion zum nächsten Showdown zwischen Tabellenführer Austria Wien und Verfolger Red Bull Salzburg.
Dabei waren nach der umstrittenen Entscheidung von Schiedsrichter Dietmar Drabek vor allem von Austria-Seite wilde Verschwörungstheorien in Umlauf gesetzt worden. Die Violetten würden systematisch benachteiligt, die Meisterschaft so zugunsten der finanzkräftigen Salzburger verfälscht. Vor einem Jahr klang das noch andersrum, damals, als Big Spender Frank Stronach Bundesliga-Präsident war und die Austria gleichzeitig mit Millionen überhäuft hat, fühlten sich die anderen Klubs bei jeder Gelegenheit verschaukelt und verkauft.
Sportlich Spitze, finanziell vor dem Nichts. Heute liegt der 22fache österreichische Fußballmeister sportlich wieder voll im Titelrennen, aber nach dem Rückzug Stronachs als Liga-Präsident und dem angekündigten Ausstieg als Veilchen-Großmäzen weisen die Zeichen beim Traditionsklub auf eine dramatische Zeitenwende hin. Austria-Manager Markus Kraetschmer bringt im NEWS-Gespräch die Lage auf den Punkt: Nach dem 30. Juni 2007 ist der Klub in sei-ner Existenz bedroht. An diesem Tag läuft der Betriebsführungsvertrag mit Stronachs Magna Entertainment Company (MEC) aus, seit Februar 2000 die Garantie für ein Jahresbudget von zuletzt 25 Millionen Euro. Wies ohne Stronach weitergeht, steht in den Sternen.
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