Airliner Niki Lauda kritisiert in "trend" AUA heftig: "So kann man kein Geld verdienen"
- Ex-Formel-1-Fahrer zieht 'eine richtig negative' Bilanz
- Kritik an AUA-Chef Sörensen wegen Lauda Air-Kauf
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Airliner Niki Lauda kritisiert den scheidenen AUA-Chef Vagn Sörensen heftig. In einem Interview in der aktuellen Ausgabe des Wirtschaftsmagazins "trend" zieht Lauda "eine richtig negative" Bilanz, was die Abeit von Sörensen betrifft: "Die Lauda Air wurde seinerzeit von der AUA gekauft, weil wir auf der Langstrecke um vierzig Prozent billiger operieren konnten als die AUA. Mittlerweile hat Sörensen einen Gruppenkollektivvertrag zugelassen, der diesen Kostenvorteil wieder völlig zunichte gemacht hat. Warum hat die AUA dann die Lauda Air überhaupt gekauft? Dann hätten Sie doch selber expandieren können."
Die Osteuropa-Expansion sei im Prinzip eine richtige Entscheidung gewesen, "nur, zu welchem Preis hat er das gemacht? Wenn Sie zu irgendeinem Nest bei Wroclaw hinfliegen, wo nur drei Leute einsteigen, kostet das schlicht Geld. Von aussen betrachtet ist da die Kostenspirale für den Aufbau neuer Märkte völlig aus dem Ruder gelaufen, so, dass eben diese horrenden Verluste angefallen sind", kritisiert Lauda.
Lauda erzählt außerdem von einem persönlichen Erlebnis, wonach etwa die AUA-Crew nach einem Flug nach Phuket sieben Tage bezahlten Aufenthalt in Thailand gehabt hätte und mit ihm nach dieser Woche wieder zurückgeflogen wäre: "Dass man so kein Geld verdienen kann, ist relativ logisch."
Kritik an Schüssel und Molterer
Zur Ernennung von Siemens-Manager Alfred Ötsch als neuen AUA-Chef sagt Lauda im "trend"-Interview: "In Österreich ist die Wirklichkeit nun einmal so, dass über wichtige Positionen strategisch-politisch entschieden wird. (...) Ich habe gehört, dass sich Molterer und Schüssel sehr für Ötsch eingesetzt haben. Auffällig ist natürlich auch, dass häufig ehemalige Siemens-Manager auf Positionen im staatsnahen Bereich auftauchen. Man könnte es so sehen: Jetzt, wo die kompetente Frau Ederer aus der roten Reichshälfte auf dem Siemens-Chefsessel sitzt, wird unser - was den Nationalstolz betrifft - wichtigstes Unternehmen, die AUA, kurz vor der Wahl schwarz besetzt. Schliesslich weiß man ja nie, wie die nächste Wahl ausgeht. Das ist in Österreich leider so."
Über die fachlichen Qualitäten als Finanzmann seien unbestritten, so Lauda, das sei für die AUA mit ihren finanziellen Problemen kein Nachteil: "Andererseits: Ein fachfremder Sanierer, der zu einer Airline kommt, bei der es fünf vor zwölf steht, muss sich erst einarbeiten. Ich weiss aber nicht, ob die AUA soviel Zeit hat, bis sich Herr Ötsch in alles eingearbeitet hat."
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