Mittwoch, 19. April 2006

Historischer Erfolg für Mattersburg: Erste burgenländische Mannschaft im Cup-Finale!

  • Knapper 3:2-Auswärtssieg bei Superfund Pasching
  • Kampf um UEFA-Cup: Drei prominente Cup-Verlierer

Das erste Semifinalspiel des Stiegl-Fußball-Cups hat mit SV Mattersburg einen historischen Sieger und mit FC Superfund Pasching, Meister Rapid und Vizemeister Liebherr GAK gleich drei prominente Verlierer gebracht. Durch das überraschende 3:2 in Pasching ist das Burgenland erstmals im Endspiel vertreten und der Tabellenvorletzte eröffnete sich damit gute Chancen, erstmals am UEFA-Cup teilzunehmen.

Um auch ins internationale Fußball-Geschäft zu kommen, ist für Pasching, Rapid und GAK in der Bundesliga der dritte Endrang unbedingt erforderlich. Denn vier Runden vor Saisonende ist nicht anzunehmen, dass sich Tabellenführer Austria Magna und Red Bull Salzburg von den ersten zwei Plätzen, die diesmal zur Teilnahme an der Champions League-Qualifikation berechtigen, noch verdrängen lassen.

Die Mattersburger, die am 9. Mai im Wiener Happel-Stadion im 72. ÖFB-Cup-Finale auf die Austria treffen, vergaßen in Pasching für ein paar Stunden den beinharten Alltag namens Abstiegskampf. "Wir haben etwas Einmaliges erreicht", jubelte SVM-Feldherr Franz Lederer mit seiner Mannschaft.

Er sprach vom "schönsten Augenblick meiner Trainer-Laufbahn" und von "sensationeller Willensstärke" seiner Mannen, die zuletzt im Waldstadion in fünf Liga-Spielen 0:13 Tore kassiert hatten. "Die 2:0-Führung hat uns Kraft gegeben, nach dem 2:2 haben wir die Drangperiode des Gegners überstanden, Herz, Mut und Moral bewiesen", meinte Lederer. Durch den Aufstieg der Veilchen wird der SVM tatsächlich zum Europacup-Debütanten avancieren.

Matchwinner und bester Mann auf dem Platz war Michael Mörz, der das 2:0 und das 3:2 erzielt. "Das ist ein Riesentag für uns. Wir haben verdient gewonnen, weil wir die spielerisch bessere Mannschaft waren", sagte der Blondschopf, der wie seine Kollegen für das Wochenende enormes Selbstvertrauen tankte. "Am Samstag hauen wir daheim Admira rein und dann haben wir es auch in der Liga geschafft."

Für Pasching ging hingegen eine stolze Serie zu Ende. Die "Elf der Stunde" kassierte im zehnten Pflichtspiel unter ihrem Neo-Trainer Didi Constantini die erste Niederlage (sieben Siege, zwei Remis). "Wir haben uns bei der Semifinal-Auslosung gefreut, jetzt sind wir wieder auf dem Boden der Realität und müssen in der Liga trachten, dass wir Dritte werden", analysierte der Tiroler treffend.

Ursachen der Niederlage sah er in der mangelnden Zweikampf- und auch in der Laufstärke sowie in der Naivität beim Freistoß, der dem 2:3 vorangegangen war. "Und außerdem ist es uns nicht gelungen, die Kreise von Mörz zu stören. Die Mattersburger wollten den Sieg einfach mehr als wir", sagte Constantini. Kapitän Michael Baur hatte schon vor dem Spiel gewarnt und meinte nachher: "Wir sind selber schuld, haben nicht das gemacht, was wir uns vornahmen. Wir sind nur stark wenn wir alle gemeinsam arbeiten und kompakt sind." (apa/red)

19.4.2006 20:19