Freitag, 24. März 2006

Kein Sieger im Hit Austria gegen Salzburg: Rennen um den Titel bleibt weiter spannend

  • Gerechtes 2:2 in Wien nach spannendem Spielverlauf
  • Schwerer Patzer von Manninger und Janko-Traumtor

FK Austria Magna liegt nach dem Schlager der 28. Runde weiter vier Punkte vor dem ersten Verfolger Red Bull Salzburg. Die im Moment besten heimischen Vereine trennten sich im Horr-Stadion nach einer packenden zweiten Hälfte mit einem gerechten 2:2-(1:0)-Remis. Blanchard hatte die Wiener vor der Pause in Führung gebracht (29.), nach Seitenwechsel sorgten Janko (61.) und Mayrleb (73.) für die zwischenzeitliche Salzburger Führung, ehe Rushfeldt (88.) im Finish den Ausgleich besorgte.

Austria-Trainer Frenkie Schinkels nahm gegenüber der 0:3-Auswärtsniederlage in der Vorwoche in der Mozartstadt gleich vier Veränderungen in der Startformation vor. Antonsson kam für den verletzten Tokic (Schulteroperation) in die Viererkette, in der diesmal auch Dheedene anstelle von Papac spielte. Im Mittelfeld wurde Kiesenebner anstelle von Dos Santos aufgeboten, und im Sturm musste Rushfeldt dem in Salzburg gesperrten Slowaken Sebo Platz machen. Salzburg-Coach Kurt Jara folgte dagegen dem Grundsatz "Never change a winning team" und setze auf die erfolgreiche Formation vom vergangenen Sonntag.

Nach dem "Hinspiel" vor einer Woche und all den frei gewordenen Emotionen wegen der leidigen Gummiband-Affäre sowie so manchen Wortgefechten entwickelte sich vor 10.623 Zuschauern im dichten Schnürlregen (in der ersten Stunde) und auf tiefem Boden zunächst ein kämpferisch geführtes Mittelfeld-Schachspiel auf engstem Raum. Große Chancen waren deshalb in Hälfte eins Mangelware.

Fürchterlicher Patzer von Manninger
Aus diesem Grund versuchten die Akteure vermehrt mit Weitschüssen ihr Glück, so auch Jocelyn Blanchard in Minute 29. Aus rund 25 Metern fasste sich der 33-jährige Austria-Kapitän aus Frankreich ein Herz und durfte trotz seines haltbaren "Verzweiflungsschusses" über die Führung jubeln, denn Salzburg-Torhüter Alexander Manninger lenkte den Ball, der kurz vor ihm aufgesprungen war, mit der linken Hand via Latte ins eigene Gehäuse. "Ein echtes Steirergoal - Manninger hat sich angeschüttet", lautete die treffende Analyse von Ex-Teamchef und Premiere-Experte Hans Krankl. Es war übrigens der erste Saisontreffer von Blanchard.

Nach der Pause legten die Salzburger einen Gang zu und fanden prompt eine große Ausgleichschance vor, als nach einem Jezek-Freistoß ein Kopfball von Janko an der Außenstange landete (49.). Fünf Minuten später durften sich die Gäste bei Linke und Manninger bedanken, dass es nicht 2:0 für die Wiener hieß. Zunächst rutschte der deutsche Innenverteidiger in eine Sebo-Flanko und rettete damit vor Linz, und nach dem anschließenden Corner zeichnete sich der Salzburg-Tormann bei einem Troyansky-Schuss aus (54./55.).

Traumtor durch Jungstar Janko
Diese vergebenen Chancen rächten sich bereits wenig später. Nach einem Zuspiel von Linke zog Marc Janko direkt mit einem sehenswerten Drehschuss von der Strafraumgrenze ab und erzielte per Lattenpendler den verdienten Ausgleich für die Salzburger. Austria-Schlussmann Joey Didulica war bei diesem Traumtor vollkommen chancenlos (61.). Anschließend war wieder die Austria am Drücker, doch Ceh scheiterte an Manninger (68.), dem kein weiterer Fehler unterlief.

Die 73. Minute brachte die Salzburger Führung: Blanchard verlor im Mittelfeld den Ball an Carboni, der ideal den eingewechselten Christian Mayrleb bediente. Der Ex-Austrianer ließ per Hacken Radomski aussteigen und traf zum 2:1 ins lange Eck, wobei Didulica den Ball noch mit der Hand berührte.

Joker Rushfeldt rettet verdientes Remis
Die drohende Niederlage vor Augen riskierte Schinkels alles und brachte mit Rushfeldt sowie Wallner noch zwei weitere Angreifer. Mit vier Stürmern dominierte die Austria klar, hatte aber zunächst Pech: So scheiterte Sebo nach einem Zuspiel per Kopf von Wallner an der Außenstange (85.).

Doch als die Gäste bereits mit dem ersten Sieg bei der Austria seit 15. September 2001 (1:0) spekulierten, schlug Sigurd Rushfeldt zu: Nach einem Ceh-Corner und Antonsson-Kopfball donnerte der Norweger den Ball unter die Latte zum 2:2 ins Netz.

(apa/red)

24.3.2006 10:51