Der Meister hat das Fußballspielen verlernt:
Rapid geht gegen Schlusslicht Admira unter
- Trotz Ausschluss: Zehn Paschinger siegen beim GAK
- Ried schlägt Sturm - Mattersburg gegen Wacker 2:2
·Kein Gewinner im Hit Austria vs. Salzburg
2:2-Remis: Titelrennen bleibt weiter spannend
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Sechs Siege hat die Admira bisher in dieser Saison auf dem mageren Konto, zwei davon errangen die Südstädter gegen den noch regierenden Meister, der allerdings von einer traurigen Bundesliga-Vorstellung in die andere taumelt. Das trotz dem Gewinn von zehn Punkten im Frühjahr noch immer abgeschlagene Schlusslicht bezwang Rapid sicher und verdient 2:1 (2:0). In den weiteren Partien gab es Siege für Superfund Pasching und Ried, Mattersburg und Wacker Tirol trennen sich 2:2.
Eine tolle erste Viertelstunde mit den Toren von Bule (4.) und Saglik (11.) und den Rest, sieht man von der Szene zum 1:2 unmittelbar vor dem Abpfiff durch Akagündüz in der 93. Minute ab, souverän gegen bis dahin an Harmlosigkeit nicht mehr zu überbietenden Hütteldorfer erledigt, das war's für die Admiraner.
Dass bei den Wienern mit Bazina (Grippe), Dober (Bänderzerrung), Lawaree (rekonvaleszent), Katzer, Martinez, St. Kulovits und Dollinger (alle Darmgrippe) etliche Akteure fehlten, soll zwar nicht verschwiegen werden, eine Entschuldigung für die armselige Leistung der anderen ist es aber nicht. Mit den Rapid-"Stürmern" Akagündüz (eifrig, aber lange Zeit völlig wirkungslos) und Kincl (total außer Form) hatte die nicht nur im Luftkampf mit einer Ausnahme klar siegreiche Admira-Abwehr ihre Freude. Die Abwehr des Meisters war in der Anfangsphase, als es darauf ankam, nicht vorhanden (sieht man von Payer ab), und im Mittelfeld vermochte nur der 17-jährige Kavlak einigermaßen zu gefallen.
Das 1:0 für die Südstädter fiel bereits in der 4. Minute: Landerl lief auf der linken Seite ungehindert durch und seinen Stanglpass verwertete Bule zu seinem fünften Saisontreffer. Nach einem gefährlichen Schuss von Michael Wagner, den Payer zur Ecke abwehrte (9.) folgte in der 11. Minute das 2:0. Bjelica zirkelte einen Corner zur Mitte, Horvath übersprang die Rapid-Abwehr und der völlig freie Saglik (3. Tor) verlängerte den Kopfball aus kurzer Distanz ins Netz. Kurz darauf blieb Payer gegen Thonhofer (13.) und Landerl (14.) siegreich.
Die bestenfalls halben Möglichkeiten für die mit Fortdauer der Partie im Feld überlegenen Gäste hatten Kincl (2./22.), Kavlak (8.) und Akagündüz (18./79.). Die erste echte Chance fand Kincl erst in der 85. Mintue vor, vergab sie aber eher kläglich. Die meist auf Konter spielenden Admiraner waren allerdings auch nur mehr einmal gefährlich, doch Hoffer schoss aus guter Position schlecht. In der 93. Minute fiel dann doch noch das Ehrentor der Hütteldorfer. Akagündüz köpfelte nach einer Flanke von Bejbl zu seinem fünften Saisontor wuchtig ein.
In der 37. Minute wurde das Rapid-Kontingent weiter dezimiert. Martin Hiden stieß nach einer Flanke von Landerl mit Bjelica zusammen. Dieser konnte mit einem Verband weiterspielen, während der Hütteldorfer Abwehrchef mit einer klaffenden Wunde/Kopfverletzung vom Feld getragen wurde.
Zehn Paschinger gewinnen beim GAK
Der FC Superfund Pasching bleibt unter Neo-Trainer Didi Constantini auf der Erfolgsstraße: Die Oberösterreicher feierten in Graz gegen den GAK einen 2:1-(1:0)-Sieg und stießen damit auf Platz drei der Tabelle vor. Während die Paschinger unter Constantini weiter ungeschlagen sind, mussten die Grazer bereits die vierte Bundesliga-Niederlage en suite hinnehmen. Eine derartige Negativserie hatte es unter Meistertrainer Walter Schachner nie gegeben.
Das 0:1 fiel bereits in Minute 16, als GAK-Torhüter Andreas Schranz bei einem Eckball von Ketelaer fürchterlich patzte: Der Schlussmann griff ins Leere, Pasching-Routinier Radoslaw Gilewicz war schneller als Standfest und drückte den Ball über die Linie. Wie die Zeitlupe zeigte, war dabei jedoch auch die Hand von "Radogoal" im Spiel. "Ich war mir sicher, dass Andi diesen Ball hat. Ich hatte keine Chance noch zu reagieren", erklärte Standfest zum Schnitzer des Teamtorhüters. Auch der zweite "Höhepunkt" der ersten Hälfte ging auf die Kappe eines Gastspielers: Chiquino sah nach wiederholtem Foulspiel in Minute 42 Gelb-Rot.
Nachdem es die Hausherren in der ersten Hälfte mit Weitschüssen probiert hatten - Pasching-Tormann Schicklgruber entschärfte sowohl eine Junuzovic-Bombe aus 17 Metern als auch einen Standfest-Kracher aus 20 Metern -, brachte in der 53. Minute schließlich die erste sehenswerte Kombination den verdienten Ausgleich: Nach einem Idealpass des 18-jährigen Talents Zlatko Junuzovic war der eingewechselte Philipp Schenk, der sich mit einem herrlichen Trick den Ball mitnahm und damit die gegnerische Abwehr verblüffte, zur Stelle. Es war das erste Bundesliga-Tor des 20-Jährigen, der in der 38. Minute für Pirker eingewechselt worden war, um das Mittelfeld zu stärken.
Und obwohl der GAK danach bemüht war, erlitt er die dritte Niederlage gegen Pasching innerhalb von 19 Tagen. Die Entscheidung zu Gunsten der Gäste fiel dabei in einem Konter. Nach einem schlechten GAK-Freistoß und Fehler von Junuzovic kam der Ball zu Wisio, der mit einem weiten Pass den pfeilschnellen Gilewicz einsetzte. Und der 34-jährige Pole ließ sich diese Chance nicht entgehen. In der 86. Minute war erneut Schicklgruber, der einen Amerhauser-Volley mit einer Glanzreaktion per Fuß abwehrte, zur Stelle.
Ried verteidigt Heimfestung gegen Sturm
Der SV Ried feiert einen 2:0-Erfolg über Sturm Graz und ist damit auch im 26. Heimspiel in Folge ungeschlagen geblieben. Die Innviertler kamen vor 7.200 Zuschauern nicht nur zu ihrem ersten vollen Erfolg im Jahr 2006, sondern fügten den zuletzt fünf Spiele in Serie ungeschlagenen Grazern auch die erste Niederlage im Frühjahr zu. Beide Tore der Rieder fielen in der ersten Spielhälfte und resultierten aus Standardsituationen. Rasinger traf per Freistoß und Kuljic verwandelte einen Foulelfmeter.
Die Hausherren hatten in der 4. Minute zunächst eine Schrecksekunde zu überstehen, als ein Kopfball von Salmutter nach Eckball von Filipovic an der Querlatte landete. Im Gegenzug sorgte Kuljic für die erste gefährliche Aktion der Rieder, sein Schuss von der Strafraumgrenze strich nur knapp am linken Kreuzeck vorbei. Milan Rasinger (24.) brachte die Hochhauser-Truppe dann mit einem nicht unhaltbaren Freistoß aus etwa 17 Metern Entfernung in Führung. Seo war zuvor an der Strafraumgrenze zu Fall gebracht worden.
Die Gastgeber hatten in der Folge mehr vom Spiel und wurden dafür in der 38. Minute belohnt. Nach einem Rempler von Verlaat gegen Seo entschied Schiedsrichter Krassnitzer auf Elfmeter, den Kuljic souverän zum 2:0 verwandelte. Kurz vor der Pause traf Ried-Mittelfeldspieler Drechsel (45.) nach einem Alleingang noch die Stange. Nach der Pause verflachte die Begegnung.
Sturm Graz entwickelte zwar mehr Offensivdrang, war aber in Strafraumnähe zu harmlos. Die größte Torgefahr ging von zwei Schüssen von Salmutter (56.) und Gerald Säumel (64.) aus, die aber jeweils über das Gehäuse von Ried-Goalie Hans-Peter Berger strichen.
Wackere Tiroler holen einen Punkt in Mattersburg
Der SV Mattersburg und Wacker Tirol haben sich mit einem 2:2-Unentschieden die Punkte geteilt. Nach dem 2:0 in Innsbruck in der vergangenen Woche dominierte die Mattersburger Heimelf das Spiel und ging auch zweimal in Führung, Tirol schaffte aber postwendend den Ausgleich.
Die Burgenländer blieben im vierten Saison-Duell gegen Wacker zum vierten Mal sieglos, Tirol holte gegen den SVM acht von zwölf möglichen Punkten. Zweimal gingen die Burgenländer in den ersten 45 Minuten in Führung, zweimal schafften die Gäste den Ausgleich. Die beiden ersten Tore fielen aus Freistößen, wobei Mörz bei seinem achten Saisontreffer (7.) das Glück hatte, dass sein Schuss unhaltbar für Tirol-Goalie Pavlovic von Verteidiger Eder abgefälscht wurde. Kolousek, Tiroler Mann für ruhende Bälle, machte es Mörz nach, sein Strafstoß von der Strafraumgrenze schlug im rechten Kreuzeck ein - 1:1 (22.).
Für die weitern zwei Tore zeigte sich jeweils Eder verantwortlich. Zuerst drückte er eine Hereingabe von Kaintz von SVM-Stürmer Thomas Wagner bedrängt ins eigene Tor (27.), zehn Minuten später machte der Tiroler jedoch seinen Fehler wieder gut: Nach einem Kolousek-Freistoß von rechts traf der Innenverteidiger per Kopf zuerst die Latte, verwertete den Nachschuss aber zum 2:2-Ausgleich (37.).
Die zweite Spielhälfte begann und endete mit stürmischen Angriffen der Mattersburger. Vor allem Fuchs schoss aus allen Lagen auf das von Pavlovic bestens gehütete Wacker-Tor (57., 66.), einen Freistoß des U21-Teamspielers fischte der Kroate aus dem Eck (74.). In der 84. Minute brachte Mattersburg-Trainer Lederer mit Rene Wagner einen dritten Stürmer, ein Tor gelang allerdings trotz Dauerdrucks nicht mehr. Die Tiroler verzeichneten in den zweiten 45 Minuten keine Tor-Möglichkeit mehr.
(apa/red)
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