Donnerstag, 23. März 2006

"Austria in ihrer Existenz bedroht": NEWS über den möglichen Meister mit Ablaufdatum

  • Stöger & Co. führten Veilchen auf Erfolgspur zurück
  • Bisher keine Alternativen zu Frank Stronach gefunden

Die neue Austria ist sportlich top, steht jedoch nach dem angekündigten Stronach-Ausstieg finanziell vor dem Nichts. Austria-Manager Markus Kraetschmer bringt im NEWS-Gespräch die Lage auf den Punkt: "Nach dem 30. Juni 2007 ist der Klub in seiner Existenz bedroht." An diesem Tag läuft der Betriebsführungsvertrag mit Stronachs Magna Entertainment Company (MEC) aus, seit Februar 2000 die Garantie für ein Jahresbudget von zuletzt 25 Millionen Euro. Wie's ohne Stronach weitergeht, steht in den Sternen.

Umso beachtlicher, was das aktuelle Führungstrio der Austria seit Mai 2005 auf die Beine gestellt hat. Damals hatte Frank Stronach - müde von den vereinsinternen Querelen und Intrigen - über Nacht Klub-Ikone Toni Polster als General Manager sowie das sportliche Führungsgespann Günther Kronsteiner und Lars Söndergaard vor die Tür gesetzt. Und den damaligen Amateuretrainer Peter Stöger, Chefscout Frenkie Schinkels und Austria-Büroleiter Markus Kraetschmer in die Klubführung gehievt.

Während im Austria-Umfeld nun eine wilde Schlacht jeder gegen jeden einsetzte, machten sich die drei gemeinsam an die Arbeit - unspektakulär, aber mit umso klareren Vorstellungen von der näheren und ferneren Zukunft der Austria. Und der sportliche Erfolg gibt ihnen Recht. Bis zur Niederlage gegen Salzburg blieben die Violetten elf Spiele in Serie unbesiegt. Das war als Trainer zuletzt Herbert Prohaska vor 15 Jahren gelungen.

Nun heißt es wieder warten auf den "reichen Onkel aus Kanada", der Anfang April für zwei Wochen einfliegt. Manager Kraetschmer: "Wir werden mit Frank Stronach über die Mannschaft für die nächste Saison reden, also bis zum Auslaufen des Betriebsführungsvertrags. Und sicher auch darüber, in welcher Form es danach weitergeht. Denn mit heutigem Stand gibt es keine Alternative zu ihm. Alle von der Anti-Stronach-Front groß angekündigten Investoren haben sich leider als Luftblasen herausgestellt." Fix ist nur: Das Austria-Budget, das von einst 35 Millionen in der diesjährigen Saison auf 25 Millionen heruntergeschraubt wurde, wird noch einmal auf 20 Millionen abgespeckt. Und Stronach steht ein letztes Mal für gut 80 Prozent des violetten Finanzbedarfs gerade.

Auch Sportdirektor Stöger erwartet sich nach diesem Gespräch mit dem Noch-Geldgeber mehr Planungssicherheit: "Momentan sind mir zum Beispiel bei der Verlängerung von Spielerverträgen die Hände gebunden." Bis zu diesem für die Zukunft der Wiener Austria wahrscheinlich entscheidenden Treffen mit dem Big Boss halten die drei erfolgreichen Austria-Macher das Fünkchen Hoffnung am Glühen. Trainer Schinkels, der nach jedem Match nach Kanada rapportiert: "Ich habe den Eindruck, dass Herr Stronach nach wie vor voll motiviert und mit unserer Arbeit sehr zufrieden ist. Vielleicht macht er doch weiter - in welcher Form auch immer."

Die gesamte Story zur Lage der Austria finden Sie im aktuellen NEWS!

23.3.2006 11:17