Unsozial und Menschenrechtsverletzung? Supermarkt verjagt Jugendliche mit Pfeifton
- Nur Jugendliche hören schrillen Ton der Anlage
- Nach heftiger Kritik wird Gerät vorerst abgebaut
Auf ein ungewöhnliches System zur Vertreibung herumlungernder Jugendlicher muss der Betreiber eines Supermarktes in Großbritannien nun vorerst verzichten. Der Kaufmann aus dem walisischen Newport müsse das Gerät mit dem Namen "Moskito" abschalten, das vor seinem Laden einen nur für junge Leute hörbaren schrillen Ton erzeugt hatte, teilte die Polizei am Freitag mit. Die Behörden wollen nun erst einmal prüfen, ob die pfeifende Abschreckungsanlage gegen die Menschenrechte verstößt.
Das "Moskito"-Gerät sendet nach Angaben des Herstellers einen Ton aus, den die meisten Menschen über 25 Jahre nicht wahrnehmen, der von jungen Leuten aber als unangenehm empfunden wird. In einer ersten Untersuchung war die örtliche Polizei zu dem Schluss gekommen, dass das Gerät "unsoziales Verhalten" mindere und von der Bevölkerung gut angenommen werde.
Dennoch bekam das Moskito-Gerät nicht ohne weiteres eine Zulassung. Mehrere Kommissionen der Kommunalregierung sollen erst einmal mögliche Bedenken im Hinblick auf Menschenrechte, gesundheitliche Aspekte und Sicherheit erörtern. Der Supermarktbetreiber zeigte sich verärgert über das behördliche Einschreiten. "Diese Lümmel können unsere Recht auf das Führen eines gut laufenden Geschäfts verletzen, aber wir dürfen wir nicht ihr Recht aufs Herumlungern verletzen", sagte ein Sprecher des Supermarktes dem britischen Sender BBC zufolge. Das System habe zuvor die Häufigkeit von "unsozialem Verhalten" um 84 Prozent reduziert. (apa)
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