Weiteres Blutvergießen im Irak: Zahlreiche Tote nach Anschlägen und Schießereien
- US-Großoffensive im Raum Abu Ghraib
- Selbstmordanschlag auf Militärkonvoi in Falluja
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Ein Brite & zwei Kanadier unversehrt befreit
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Regierung hat "indirekte
Lebenszeichen" erhalten
Die anhaltende Gewalt im Irak hat am Freitag wieder zahlreiche Menschenleben gefordert. In der Hauptstadt Bagdad kam es wieder zu Anschlägen, Schießereien und Racheakten verfeindeter Schiiten und Sunniten. US-amerikanische und irakische Soldaten gingen gegen Aufständische mit Razzien im Gebiet von Kirkuk im Norden des Landes und bei Abu Ghraib westlich von Bagdad vor. Es soll Dutzende von Festnahmen gegeben haben. An der Großoffensive der US-Truppen bei Abu Ghraib sind rund 1400 Soldaten beteiligt. Wie die US-Streitkräfte am Donnerstagabend mitteilten, wurden im Rahmen der Operation "Nordlichter" bisher 18 mutmaßliche Terroristen festgenommen sowie zwei Waffenlager ausgehoben.
Bei einem Bombenanschlag auf eine sunnitische Moschee sind mindestens fünf Gläubige ums Leben gekommen. Nach Angaben der Sicherheitskräfte explodierte der Sprengsatz am Freitag vor dem Eingang der Moschee in Khales nordöstlich von Bagdad, als die Gläubigen das Gebäude nach dem Freitagsgebet verließen. Mindestens 17 Menschen wurden verletzt. In der mehrheitlich schiitischen Stadt Basra wurde ein sunnitischer Gläubiger von Unbekannten erschossen, als er aus der Moschee kam.
In einem Bagdader Sunniten-Viertel sind vier Mitarbeiter einer Bäckerei und ein Polizist bei einem Anschlag getötet worden. Die Täter hätten die Opfer mit Maschinenpistolen erschossen, teilte die Polizei mit. Anschließend hätten sie vor dem Gebäude eine Schachtel mit einer darin verborgenen Bombe hinterlassen. Beim Öffnen löste ein Polizist eine Sprengfalle aus, er starb bei der Explosion. Ein anderer Polizist wurde verletzt. Der Vorfall ereignete sich in dem Viertel Saidiya. In dem schiitischen Stadtteil Al-Binuk im Norden Bagdads fand die Polizei unterdessen sieben Leichen auf der Straße. Sie waren an den Händen gefesselt und wiesen Einschusslöcher am Kopf auf.
Ein Selbstmordattentäter hat sich am Freitag in der Sunniten-Hochburg Falluja neben einem US-Militärkonvoi in die Luft gesprengt. Ein Polizeisprecher in der westirakischen Stadt sagte, mehrere Soldaten seien durch die Detonation der Autobombe verletzt worden. Dies bestätigte das amerikanische Militär zunächst nicht. Bei einem Gefecht in Mahawil, 70 Kilometer südlich von Bagdad, starb nach Angaben der irakischen Armee ein mutmaßlicher Aufständischer. Drei weitere Angehörige seiner Gruppe seien festgenommen worden, hieß es.
US-Soldaten haben nach Angaben eines Mitarbeiters des irakischen schiitischen Geistlichen und Milizführers Muktada al-Sadr die Redakteure eines Radiosenders festgenommen, der von Anhängern des radikalen Predigers betrieben wird. Die Soldaten hätten am Donnerstagabend die Redaktion des Senders Al-Ahd durchsucht und alle anwesenden Beschäftigten festgenommen.
Sunnitische arabische Stammesführer aus dem so genannten "Todesdreieck" südlich von Bagdad haben eine "Ehren-Vereinbarung" mit der irakischen Armee geschlossen. Darin sichern sie den irakischen Sicherheitskräften Hilfe bei der Fahndung nach "Terroristen" zu. Wie ein Armeesprecher am Freitag mitteilte, übergaben die Stammesältesten aus Hilla den Soldaten direkt acht Verdächtige, die an Angriffen in der Stadt beteiligt gewesen sein sollen.(apa/red)
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