Donnerstag, 23. März 2006

9/11 - Wichtiger Zeuge der US-Flug-
Aufsicht sagt in Moussaoui-Prozess aus

  • Angeklagter hätte Anschläge verhindern könnern

Im Prozess gegen das geständige Al-Kaida-Mitglied Zacarias Moussaoui hat die Staatsanwaltschaft nach einer Reihe von Rückschlägen am Mittwoch wieder etwas Boden gut machen können. Ein Mitarbeiter der Bundesflugaufsicht (FAA) erklärte vor Gericht, seine Behörde hätte eine Reihe von Gegenmaßnahmen ergreifen können, wenn rechtzeitig klar gewesen wäre, dass Al Kaida Anschläge mit Passagiermaschinen plante.

Die Staatsanwaltschaft wirft Moussaoui vor, den Behörden nach seiner Festnahme kurz vor dem 11. September 2001 eben diese Information vorenthalten zu haben. Damit sei er für den Tod von fast 3.000 Menschen bei den Anschlägen in New York und Washington mitverantwortlich. Moussaoui will mit dem 11. September zwar nichts zu tun gehabt haben, hat sich aber schuldig bekannt, für einen späteren Anschlag mit einer Boeing 747 auf das Weiße Haus trainiert zu haben.

Der Zeuge der Flugaufsicht, Robert Cammaroto, unterfütterte nun mit seiner Aussage die Argumentation der Staatsanwaltschaft, dass die Anschläge vom 11. September durch ein rechtzeitiges Geständnis Moussaouis möglicherweise hätten verhindert werden können. Auf Nachfrage der Verteidigung musste Cammaroto allerdings einräumen, dass seine Behörde von der grundsätzlichen Möglichkeit eines Anschlags mit Flugzeugen wusste. Der FAA sei bekannt gewesen, dass Terroristen einen Anschlag mit einem Flugzeug auf den Eiffelturm erwogen hätten, sagte der Zeuge.

(apa)

23.3.2006 07:55