Schäferhund auf Häftlinge angesetzt: US-Soldat wurde wegen Misshandlung verurteilt
- Sechs Monate Haft für 24-jährigen Armeeangehörigen
- Tier leckte Erdnusscreme von Genitalien der Insassen
Wegen der Misshandlung von irakischen Gefangenen mit einem Schäferhund im berüchtigten Abu-Ghraib-Gefängnis bei Bagdad ist ein US-Unteroffizier zu sechs Monaten Haft verurteilt worden. Das US-Militärgericht in Fort Meade bei Washington verkündete das Strafmaß gegen den 24-jährigen Michael Smith, der bereits am Dienstag schuldig gesprochen worden war. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass Smitz im Jahr 2004 in Abu Ghraib seinen Schäferhund auf mindestens drei Gefangene angesetzt hatte.
In einem der Fälle soll Smith zwei jugendliche Häftlinge mit dem Hund bedroht und drangsaliert haben. In einem anderen Fall soll er einem Gefangenen gedroht haben, dass sein Hund ihn verletzen oder töten könnte. Nach Angaben der Strafverfolger ließ Smith außerdem seinen Hund Erdnusscreme von den Brüsten und Genitalien einer Soldatin lecken, was von einem dritten Soldaten gefilmt wurde. Für diesen Vorfall wurde der Hundeführer wegen unzüchtigen Verhaltens verurteilt.
Die berüchtigen Folter-Fotos aus Abu Ghraib, die vor zwei Jahren für einen Skandal gesorgt hatten, zeigten auch, wie Gefangene mit Hunden eingeschüchtert worden waren. Die Verteidigung des Unteroffiziers hatte argumentiert, dass Smith lediglich den Anweisungen von Vorgesetzten gefolgt und der Einsatz von Hunden genehmigt gewesen sei. (apa)
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