Herbe Niederlage für FPÖ: Förderung für Partei-Akademie wurde komplett gestrichen
- Ministerrat: Nach Austritten "nicht förderungswürdig"
- Schwere Strache-Geschütze: "Dollfuß lässt grüßen"
Stadler kündigt Klage beim Verfassungsgericht an
·Alle Infos zur Partei- Akademieförderung
601.766 plus 25.178 Euro pro Abgeordnetem
·MITSTIMMEN: Die Online-Sonntagsfrage
Welcher Partei werden Sie Ihre Stimme geben?
·Reaktionen auf die Austritte aus der FPÖ
Vilimsky: "Werden ihnen keine Träne nachweinen"
·Der freiheitliche
Klub im Nationalrat
GRAFIK: Jetzt 12 BZÖ, 2 FPÖ und 4 Parteilose
Die Regierung hat der FPÖ 1,44 Millionen Euro an Fördergeldern gestrichen. Im Ministerrat erfolgte ein Beschluss, laut dem die Freiheitliche Akademie, die Bildungswerkstatt der Blauen, nach der Abspaltung des BZÖ nicht mehr förderwürdig ist. Die FPÖ zeigte sich empört und warf der ÖVP vor, im "Machtrausch" und "willkürlich" vorzugehen. Die Blauen wollen nun die Gerichte einschalten.
Zum Hintergrund: Laut Gesetz bekommen politische Parteien, die mit "mindestens fünf Abgeordneten im Nationalrat" vertreten sind, Fördergelder für ihre Parteiakademien - und zwar für "politische Bildungsarbeit und Publizistik". Über die Förderwürdigkeit entscheidet zunächst der Verfassungsdienst im Kanzleramt, der Beschluss wird dann von der Regierung gefasst.
Von Regierungsseite wird nun argumentiert, dass die FPÖ nach den Parteiaustritten der Abgeordneten Helene Partik-Pable, Detlev Neudeck und Maximilian Hofmann nicht mehr über fünf Abgeordnete verfügt. Und hier beginnt auch schon der Rechtsstreit: Die FPÖ ist nämlich der Ansicht, dass nicht der aktuelle Mandatsstand entscheidend ist, sondern das letzte Nationalrats-Ergebnis. Nach der Wahl 2002 hatte die FPÖ noch 18 Abgeordnete.
FPÖ bringt Klage ein
Der Leiter der FP-Akademie, Volksanwalt Ewald Stadler, und FP-Parteichef Heinz-Christian Strache haben folglich auch bereits den Gang zu den Gerichten angekündigt. Zunächst soll bei einem ordentlichen Gericht geklagt werden, in weiterer Folge beim Verfassungsgerichtshof. Gestützt wird die FP-Argumentation durch ein Gutachten des Innsbrucker Universitäts-Professors Norbert Wimmer, laut dem das Publizistikförderungsgesetz, in dem die Akademie-Förderung geregelt ist, verfassungswidrig sei. Auch der Parteienfinanzierungs-Experte Hubert Sickinger hatte in der Vergangenheit einer diesbezüglichen Klage "gute Aussichten auf Erfolg" eingeräumt. Er vertritt ebenfalls die Meinung, dass sich die Förderung nach dem letzten Wahlergebnis richten müsste.
Strache: "Dollfuß lässt grüßen"
Bis zu einer diesbezüglichen Klärung wird freilich einige Zeit vergehen. Deshalb glaubt die FPÖ auch eher an eine "Strafaktion" der ÖVP, wie es Generalsekretär Herbert Kickl formulierte. "Dollfuß lässt grüßen", meinte Parteichef Strache. Und Stadler zeigte sich insofern nicht überrascht, als er "die Agitation der ÖVP in Akkordanz mit der politischen Leiche BZÖ kenne".
Schüssel-Sprecherin gab Entscheidung bekannt
Im Pressefoyer nach dem Ministerrat war von der Streichung der Gelder übrigens noch keine Rede. Diese wurde erst am Nachmittag von der Sprecherin von Bundeskanzler Wolfgang Schüssel, Heidi Glück, bekannt gegeben. Bestätigt wurden übrigens die Förderungen für die anderen Parteien: Die ÖVP bekommt für ihre Politische Akademie 3,627 Mio. Euro, die SPÖ für das Renner Institut 3,27 Mio. Euro und die Grünen für ihre Bildungswerkstatt 1,44 Mio. Euro. Das BZÖ bekommt keine entsprechenden Mittel und unterhält keine Parteiakademie.
SPÖ unterstützt Regierungsentscheidung
Unterstützung für die Vorgangsweise kam von der SPÖ. Der Förderungsstopp sei eine Selbstverständlichkeit, da die FPÖ die gesetzlichen Regelungen für die Akademieförderung nicht erfülle, wie Klubchef Josef Cap meinte. (apa/red)
Deutsche Sklavin befreit14:01
Frau schildert ihr Leid19-Jährige nach acht Jahren gerettet - Mutter soll von Martyrium gewusst haben
Nachbeben in Italien15:04
Mehrere TodesopferErneut große Schäden und Tote nach schweren Erdstößen in Norditalien
Anders Behring Breivik11:25
Arische Nasen-OP"Wir fanden es ein wenig dekadent", erzählt ein Jugendfreund des Attentäters
