Donnerstag, 16. März 2006

Zuschlag für Übernahme in Mazedonien: EVN kauft Stromverteiler ESM um 225 Mio.

  • Österreicher setzten sich gegen CEZ und Enel durch

Die niederösterreichische EVN hat den Zuschlag für die Übernahme des staatlichen mazedonischen Stromverteilers ESM Distribucija bekommen und sich damit gegen ihre Mitbewerber - den tschechische Stromkonzern CEZ und die italienische Enel - durchgesetzt. Der Kaufpreis liegt bei 225 Mio. Euro, weitere 96 Mio. sollen in den kommenden drei Jahren investiert werden, berichtete das mazedonische Fernsehen.

EVN habe das beste Angebot gelegt, sagte der mazedonische Ministerpräsident Buckovski. CEZ habe 181,5 Mio. Euro und Investitionen von 62,7 Mio. Euro geboten, die Enel nur 40 Mio. Euro und weitere 80,2 Mio. Euro an Investitionen.

EVN, CEZ und die italienische Enel hatten am Mittwoch verbindliche Angebote für 90 Prozent der Anteile an ESM gelegt. Die ESM hat 721.000 Kunden und besitzt 11 kleinere Kraftwerke. Das Unternehmen verkauft jährlich 4,4 Terawattstunden Strom - der gesamte Stromabsatz in Mazedonien beläuft sich auf 6,2 TWh.

Die EVN erwartet den Abschluss der Übernahme und die Zahlung des Kaufpreises nach Erfüllung aller erforderlichen Bedingungen "in den nächsten Wochen", teilte das Unternehmen am Donnerstagabend mit. Gerade im Hinblick auf die großen Herausforderungen im Infrastrukturbereich könnte auch ein Engagement in Mazedonien über die Stromwirtschaft hinaus interessante Perspektiven eröffnen, kommentierte EVN-Vorstandssprecher Hofer den Deal.

Nach der Übernahme der WTE-Gruppe im Jahr 2003, die im Trinkwasser/Abwasserbereich in zwölf mittel- und osteuropäischen Ländern tätig sei, und dem Engagement bei zwei bulgarischen Stromverteilunternehmen bedeute der Einstieg in Mazedonien "eine tiefere Verankerung des Energiegeschäfts in der Wachstumsregion Südosteuropa", so die EVN. (apa)

16.3.2006 20:34