Sonntag, 19. März 2006

Studie zu Wettbewerbsfähigkeit in EU: Österreich stößt bereits auf dritten Platz vor

  • Niederlande überholt, Dänen und Schweden voran
  • Gesamt-EU aber noch weit von Lissabon-Ziel entfernt

Österreich hat im Jahr 2005 den Sprung auf Platz drei der Wettbewerbsfähigkeit in den EU-Staaten geschafft und liegt hinter Dänemark und Schweden im Spitzenfeld der Europäischen Union. Dies geht aus einer neuen Studie des Londoner Centre for European Reform (CER) im Auftrag der EU-Kommission hervor.

Wie der "Kurier" (Montagsausgabe) berichtet, beurteilt die Studie, wie erfolgreich die EU-Mitgliedstaaten bei der Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit sind. Dies gilt als wichtigstes Kriterium, um die Lissabon-Ziele - den Rückstand zu den globalen Mitbewerbern USA und Asien aufzuholen - zu erreichen.

Österreich erreichte laut "Kurier" in den Kategorien Frauenbeschäftigung, Energieeffizienz und Schulabschlüsse "Bestnoten". Weit vorne liegt die Alpenrepublik zudem in den Lissabon-Disziplinen Wohlstand, Produktivität und Langzeitarbeitslosigkeit. Bei der Beschäftigung Älterer und in der Kioto-Strategie zur Eindämmung der Treibhausgase werden dagegen Defizite konstatiert.

Insgesamt hat Europa 2005 den Fitness-Test nicht bestanden. Zur Erreichung der im Jahr 2000 gestarteten Lissabon-Ziele fehlen rund 20 Millionen Jobs, der Rückstand zu den globalen Mitbewerbern USA und Asien wächst ständig, statt zu schrumpfen. Dennoch gibt es Bewegung: "Zusätzlicher Wettbewerb durch die neuen Mitgliedsstaaten hat den großen Kern-Volkswirtschaften Deutschland, Frankreich und Italien ordentlich eingeheizt. Langsam aber stetig bewegt sich die EU bei der Lissabon-Strategie in die richtige Richtung", heißt es in der CER-Studie.

Während Österreich in dem Ranking die Niederlande überholen konnte und auf Platz drei vorstieß, sorgt sich Studienautorin Aurore Wanlin vor allem um Polen. Mit einer Beschäftigungsquote von lediglich 52 Prozent, rückläufigen Auslandsinvestitionen und angesichts der politischen Konstellation geringen Aussichten auf eine Verbesserung der Lage übernimmt Polen 2005 von Italien den Schwarzen Peter. Nicht viel besser beurteilt das Institut die Situation der Mittelmeer-Länder Portugal, Spanien, Italien und Malta.

(apa/red)

19.3.2006 22:53