Freitag, 17. März 2006

Vom Polizist zum Immobilien-Scheich: Wie
Josef Kleindienst in Dubai Millionen macht

  • Mega-Boom: Luxuswohnungen und Prunkvillen
  • Beckham, Schumi & Co: Promis als Verkaufsturbo

Der Aufstieg von Josef Kleindienst klingt wie ein Märchen aus Tausendundeiner Nacht. Der Mann, der als Polizist aus St. Andrä / Wördern Österreich mit der politisch brisanten Spitzelaffäre monatelang in Atem gehalten hat, ist nach gewinnbringenden Aktienspekulationen nach Dubai ausgewandert. Dort bringt er jetzt Luxuswohnungen und Prunkvillen an eine betuchte Klientel. Bis zu sechs Millionen Euro muss man für die Luxusobjekte hinblättern, von denen Kleindienst im Schnitt eines pro Tag verkauft.

Ob die künstlich im Meer aufgeschüttete Palme, Wohnungen im höchsten Wolkenkratzer der Welt (Burj Dubai) oder anglophile Nobelvillen an Golfplatz-Oasen - Kleindienst mischt im Edel-Emirat überall mit, wo gerade Beton angerührt wird. "Ich war der erste westliche Investor hier, und das macht sich bezahlt", bewertet der Neomillionär sein Business extra dry. "Ich habe 50 Wohnungen im Burj Dubai verkauft, doch ich hätte auch 200 verkaufen können, hätte ich das Kontingent zur Verfügung gehabt."

Zweistellige Wertsteigerungen
Mit Immobilien im heißen Wüstensand lässt sich tatsächlich viel Geld verdienen. Penthäuser, Villen und selbst schlichte Garçonnieren sind häufig schon vom Plan weg ausverkauft - lange bevor die ersten Bagger auffahren. Die Durchschnittsprovision beträgt etwa drei Prozent, doch Kleindienst hat sich auch auf die noch lukrativeren Prestigeprojekte der Scheichs spezialisiert, wo pro Jahr eine zweistellige Wertsteigerung zu verbuchen ist.

Seit drei Jahren ist Josef Kleindienst in Dubai. Zunächst vermittelte er für die Raiffeisen-Tochter Syscom Gewerbeimmobilien, dann erwarb er die lokale Lizenz einer deutschen Immobilienkette und gründete Anfang 2005 das Unternehmen Kleindienst & Partners. Mittlerweile kümmern sich 20 Mitarbeiter um den An-und Verkauf sowie die Vermittlung von Realitäten. Auch Kleindiensts Sohn Paul ist bereits in der Firma engagiert und auf der Suche nach Erfolg versprechenden Wohnträumen unter Palmen. Da Dubai momentan eine einzige Baustelle ist, kurven die Kleindiensts mit ihren Geländewagen von Gerüst zu Gerüst.

Promi-Kunden als Verkaufsturbo
"60 Prozent meiner Kunden sind Europäer, die übrigen Käufer kommen aus der Region. Für Saudis ist Dubai das Mallorca des Orients, wo sie sich im Alter bequem niederlassen können", analysiert Kleindienst im NEWS-Gespräch in Dubai. Deutsche und Österreicher sind hingegen an Spekulationsobjekten mit Freizeitwert interessiert. So haben sich Michael Schuhmacher, David Beckham und Franz Beckenbauer bereits ihre Villa auf der Palme gesichert. Unmittelbar hat Kleindienst mit den Promis zwar nichts verdient, deren Strahlkraft lässt aber auch sein Geschäft brummen.

Doch Kleindienst wittert bereits die nächste Chance. Er will Kunden aus Pakistan und dem Iran anlocken und eröffnet in Indien gar ein eigenes Büro, von dem aus er dann Investitionen am Subkontinent plant. Fünf Mitarbeiter hat er eigens für die neuen Märkte abgestellt. Der Excop: "Wir erleben erst den Beginn des Booms - Tourismus und Industrie werden gewaltige Wachstumsimpulse von Dubai bis Bombay setzen."

"Scharlatane haben hier keine Chance"
So genießt man etwa in den Emiraten auch als Ausländer Steuerfreiheit, staatlich festgelegte Diskontpreise bei Benzin und maximal zwei Regentage pro Jahr. "Dafür wird sechs Tage die Woche voll gearbeitet", erklärt der Expolizist. An einem Grundbuch nach westlichen Vorstellungen wird gerade gearbeitet - bis dahin muss man auf die strenge Prüfung der Scheichs vertrauen. Kleindienst gräbt seine Amtskappe aus: "Scharlatane haben hier keine Chance. Allein für die Immobilienlizenz muss man über eine Million Euro berappen."

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17.3.2006 10:13