Donnerstag, 16. März 2006

Austria am Weg zur 23. Meisterschaft: Glücksieg gegen GAK Vorentscheidung?

  • Gastgeschenk: GAK "leitete" Niederlage in Wien ein
  • Stöger: 'Richtung stimmt, noch lange nichts finalisiert'

Zehn Runden vor Saisonende der Fußball-Bundesliga befindet sich Austria Magna auf gutem Weg zum 23. Meistertitel. Durch den 2:1-Heimsieg im Nachtragsspiel gegen den drittplatzierten Vizemeister GAK vergrößerte der Spitzenreiter seinen Vorsprung auf sieben Punkte und tritt am Sonntag mit breiter Brust in Salzburg gegen Verfolger Red Bull an. Im zweiten Mittwoch-Nachtrag gab es zwischen Schlusslicht Nordea Admira und SV Josko Ried ein 0:0. Die Südstädter weisen nun sieben Zähler Rückstand auf, die Innviertler überholten FC Superfund, sind nun Tabellenfünfter.

Im Happel-Stadion hatte anfänglich nichts auf einen Austria-Erfolg hingedeutet. Denn die Grazer, vom Ex-Austria-Coach Lars Söndergaard blendend eingestellt, waren durch Joachim Standfest 1:0 in Führung gegangen und hätten durch den Torschützen und Skoro sogar auf 3:0 davonziehen können. Nachher waren Standfest und Peter Stöger einig. "Wir haben einen Toten zum Leben erweckt", meinte der enttäuschte Mittelfeldspieler und der violette Sportdirektor sagte: "Wir sind aus dem Nix zurückgekommen." So wurde aus einem 0:1 innerhalb von nicht einmal drei Minuten ein 2:1.

"Das lag aber nicht an den Abschlussqualitäten des Gegners, sondern an einem unerklärlichen Blackout von einem unserer Routiniertesten. Wir hätten ein besseres Resultat verdient, haben 40 Minuten hervorragend Fußball gespielt", befand der GAK-Feldherr. Kapitän Toni Ehmann hatte nach einer Ceh-Flanke unmotiviert mit der Hand zum Ball gegriffen und einen Elfer verschuldet, den Roland Linz zum Ausgleich nützte. Libor Sionko gelang noch vor der Pause das 2:1, das passende Präsent zum 95. Geburtstag des Vereins.

"Wenn man so viel Glück hat, wird man Meister", sagte Söndergaard schmunzelnd. Für seinen Austria-Nachfolger Frenkie Schinkels hat nach zwei Spielen ohne Fortune (Sturm und Pasching) "der Fußball-Gott auf uns herunter geschaut". Den Wienern, die nun schon elf Spiele (sieben Siege, vier Remis) ungeschlagen sind, war es letztlich egal, wie drei wichtigen Zähler eingefahren wurden. "Die Punkterichtung stimmt, das Spiel stimmte nicht. Wir haben uns eine gute Voraussetzung geschaffen, Meister zu werden, aber es ist noch lange nichts finalisiert", so Stöger.

Die Nullnummer in der Südstadt hatte auch ihre Aufreger. Die Admiraner reklamierten zweimal Foulelfer, der neue Chef Hubert Baumgartner ("Ein Elfer war so groß wie ein Hochhaus, vielleicht muss einer meiner Spieler erst im Strafraum erschlagen werden") wurde im Finish wegen Kritik auf die Tribüne verbannt und den Riedern, die schon am vergangenen Sonntag gegen Rapid 0:0 gespielt hatten, wurde ein Kastner-Treffer wegen vorangegangenen Fouls nicht anerkannt.

Während Baumgartner, dessen Truppe auch im dritten Spiel in Serie ohne Gegentreffer blieb, mit einem Zähler zufrieden war, hätte für Heinz Hochhauser mehr herausschauen müssen. "Wir waren die bessere Mannschaft und hatten die klareren Torchancen. Wir sind mit Ausnahme der letzten zehn Minuten nie in Gefahr gekommen", befand der Professor.

(apa/red)

16.3.2006 11:18