Trotz Ausfall von 3 von vier Autos: Viel Lob & kaum Tadel von Marko für "Bullen-Teams"
- Positiv, dass Red Bull mit Ferrari gleichauf mitfährt
- "Aber abholbereite Punkte wurden nicht eingefahren"
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Eine Woche nach dem ermutigenden Auftakt in Bahrain mit einem WM-Punkt für Christian Klien ist das Red-Bull-Quartett am Sonntag in Malaysia punktlos geblieben, brachte mit dem Toro Rosso von Tonio Liuzzi (11.) überhaupt nur ein Auto ins Ziel. Dr. Helmut Marko vergab dennoch gute Noten an Autos und Piloten. Der Berater von Red-Bull-Chef Dietrich Mateschitz bedauerte nur, dass beide RBR-Autos mit Hydraulik-Defekt ausgefallen waren und "abholbereite" WM-Punkte nicht eingefahren wurden.
"Das Positive ist, dass Red Bull Racing mit den Ferrari gleichauf mitfährt", zog Marko nach zwei GP-Rennen eine erste Saisonbilanz. "Wo wir gegenüber Ferrari hinten sind, wussten wir ohnehin", sagte Marko am Sonntag in Sepang. Die Ferrari-Motorenprobleme - vor Malaysia hatten gleich vier Triebwerke gewechselt werden müssen - seien natürlich bedenklich, "sollten aber bis Imola gelöst sein", so Marko. "Das gibt dann wieder mehr Stabilität."
Beide Red Bull-Fahrer und beide Autos waren heute top
Insgesamt gab es deutlich mehr Lob als Tadel für die beiden frustrierten RBR-Piloten Klien und David Coulthard. "David hatte völlig Recht damit, dass er mit den Ferraris mitfahren kann", notierte der 62-jährige Grazer. "Beide Fahrer und beide Autos waren heute top!" Er verstehe zwar den Frust von Klien, der nach seinem frühen Auffahr-Unfall zu Testzwecken weiterfahren musste, "aber er ist mit vollem Tank wirklich gute Zeiten gefahren und wir haben wertvolle Daten gesammelt. Das ist auch Lernen für die Zukunft."
Leise Kritik an Abstimmung bei Toro Rosso
Toro Rosso sei hingegen am ganzen Wochenende mit der Abstimmung etwas daneben gelegen, sagte Marko über das Zweier-Team von Red Bull. Liuzzi habe nach einem "sensationellen Start" zudem Pech gehabt, weil ihm Jacques Villeneuve den Frontflügel gekappt habe. "Und Scott Speed hat sein Formel-1-Zeugnis abgegeben. Er war lange auf Platz elf und bis zum Ausfall konstant und schnell", analysierte Marko.
"Insgesamt", so Marko, "ist das 'Minardi-Paket' um zehn Plätze nach vorne gerückt, das ist ein Quantensprung." Das sei zwar noch nicht ausreichend, "aber mit der Routine eines Gerhard Berger (Mitbesitzer, Anm.) wird das Team schneller als normal in die Gänge kommen", ist der Steirer überzeugt.
Red Bull schließt sich Kritik an Ferrari nicht an
Auch Marko vergab nach dem Renault-Doppelsieg Bestnoten an die Franzosen, merkte aber an, dass man sich bei Fernando Alonso taktisch wohl etwas vertan habe. "Er hatte ein so schweres Auto, dass er am Anfang verhalten fahren musste, damit die Reifen nicht kaputt werden."
Am Protest zahlreicher Teams gegen die Ferrari-Boliden, die nach dem Heckflügelproblem nun auch mit ihren "biegsamen" Frontflügeln in die Kritik der Konkurrenz gekommen sind, hat sich Motoren-Partner Red Bull nicht beteiligt. "Wir sind des Sportes wegen in der Formel 1. Das ist Sache der FIA", sagte Marko.
(apa)
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