Freitag, 17. März 2006

Schumacher droht bei GP in Sepang letzter Startplatz: Muss Motor getauscht werden?

  • Nach Coulthard und Massa auch bei Schumi Probleme
  • Rennstall will Entscheidung nach Qualifying treffen

Immer größer werden vor dem Formel 1-GP von Malaysia die Sorgen wegen der Ferrari-Motoren. Nachdem schon Red-Bull-Pilot David Coulthard und Ferrari-Fahrer Felipe Massa vor dem zweiten Saisonrennen am Sonntag die Motoren wechseln mussten, droht nun auch Michael Schumacher Ähnliches. "Wir werden es am Samstag nach dem Qualifying wissen", sagte der Rekord-Weltmeister. Schumacher würde bei einem Motorwechsel nach dem Quali-Training automatisch auf den letzten Startplatz müssen.

Christian Klien (Red Bull Racing) verfügt offenbar über den einzigen Ferrari-Motor, der bisher keine Probleme machte. Es lag aber nicht am V8 aus Maranello, dass der Vorarlberger am Freitag im Freien Training über die Plätze 10 und 23 nicht hinaus kam. Der Hohenemser zog vielmehr seinen "Sparkurs" konsequent durch und schonte seinen RB2 so sehr, dass er nie unter 1:38 Min. kam. "Außerdem haben die Reifen nicht optimal gearbeitet", erklärte der Österreicher.

Vor allem der wieder erstarkte Rekord-Weltmeister Schumacher bangte. "Es gibt eine theoretische Möglichkeit, dass wir den Motor wechseln müssen, aber wir hoffen es nicht", erklärte er. Ob wie bei Coulthard und Massa ein Kolbenschaden das Problem an Schumachers Motor war, war vorerst unklar.

Ferrari rüstet seit heuer auch das Red-Bull-Team mit Motoren aus, hatte damit aber schon bei den Wintertests Riesenprobleme. Auch ein Grund, warum Meldungen, wonach sich Red Bull um einen "eigenen" Motorenausrüster (VW?) umsieht, immer mehr Substanz bekommen. Mit Ferrari hat man aber einen Zweijahresvertrag.

Nach dem Bahrain-GP hatte es Diskussionen zwischen Coulthard und der Red-Bull-Teamführung gegeben. Man hätte ihn früher vom beginnenden Schaden informieren müssen, dann wäre er noch vor der Zieldurchfahrt stehen geblieben und hätte straffrei wechseln können, hatte Coulthard kritisiert. Sowohl RB-Teamchef Christian Horner als auch Red-Bull-Konsulent Helmut Marko versicherten aber in Malaysia, dass das Problem zu spät offenkundig geworden sei. "Es war sozusagen auf der Zielgeraden", so Horner. "David war schon durch, als wir die Information erhielten."

Marko kann sich trotzdem gut vorstellen, dass beide "Bullen" am Sonntag in Sepang aus eigener Kraft in die Punkte fahren. Auch David Coulthard, der ja zehn Plätze zurück muss. "Wer weiß, was ein neuer Motor hier wirklich bringt", sah Marko nicht nur Nachteile. Die Toro Rossos mit Tonio Liuzzi und Scott Speed würden hingegen wohl erneut auf die Ausfälle der Konkurrenz hoffen müssen. "Das wird das Rennen der Ausfälle. Wenn nicht hier, wo sonst?", war Marko angesichts der brütenden Hitze überzeugt.
(apa/red)

17.3.2006 12:10
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