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Alexander Wurz sitzt auch 2006 in einem der besten Formel-1-Autos, allerdings kommt der 32-jährige Österreicher bei Williams wie schon vorher bei McLaren nur als "dritter Mann" zum Einsatz. Der frühere Benetton-GP-Pilot hat aber den Traum vom Comeback im Renncockpit noch längst nicht aufgegeben, nun könnte sich dank eines japanischen Großinvestors sogar eine komplett neue Chance für den Niederösterreicher auftun.
Direxiv heißt der Luxusgüter-Hersteller und Motorsport-Investor aus Tokio, der seit heuer Wurzs persönlicher Sponsor ist und für dessen Nachwuchsprogramm der zweifache Familienvater als Mentor tätig ist. Das vom ehemaligen Grid-Girl Misato Haga geleitete Unternehmen, das bereits mehrere Rennteams betreibt, ist auch Sponsor beim McLaren-Mercedes-Team.
Das und weil Ehefrau Julia Wurz, die frühere Benetton-Pressedame, zudem Direxiv-Beraterin ist, hat zu Mutmaßungen geführt, dass Wurz als Pilot eines neuen Rennstalls - etwa eines McLaren-B-Teams - ins Renncockpit zurückkehren könnte.
Wurz dementierte diese Vermutungen in Bahrain nicht einmal halbherzig, gab aber zu bedenken, dass bereits 2007 ein Einstieg in die Formel 1 auf Grund der enormen Kosten wohl noch keinen Sinn mache. "Jetzt kostet ein Formel-1-Team 300 Millionen, in zwei Jahren vielleicht nur noch 100. Es würde also Sinn machen, zu warten", so Wurz in Bahrain.
Jean Alesi als Chef, Ex-McLaren-Fabrik als Standort
Sollten sich Teams und FIA-Chef Max Mosley aber bezüglich der Sparpläne für 2008 zusammenraufen, ist bei Direxiv alles startbereit. Man hat bereits das renovierte Ex-McLaren-Werk in Woking geleast, Ex-Weltmeister Jean Alesi in führender Position engagiert und betreibt als "Direxiv-Motorsport" ohnehin ein GP2-, Formel 3-, Super-GT- und Formel-Nippon-Team.
McLaren wollte zudem ohnehin schon mit Hilfe der Makhtoum-Familie aus Dubai ein B- bzw. Kundenteam mit altem Chassis und Mercedes-Motor in der Formel-1-WM einsetzen. Die Regeln lassen das in der geplanten Form derzeit aber noch nicht zu.
Die Gegenwart von Wurz heißt Williams. Auch dort hat er natürlich die Chance auf GP-Einsätze, falls Mark Webber oder Nico Rosberg ausfallen. Bei den Briten ist man mit dem Österreicher, der die Erfahrung von 53 GP-Starts und fünf Jahren als McLaren-Testfahrer mitbrachte, mehr als zufrieden. "Es ist offensichtlich, dass meine Arbeitsweise für die Ingenieure sehr gut ist", beschreibt Wurz das sehr positive Feedback aus dem neuen Team, dem heuer offensichtlich der große Wurf gelungen ist.
Der FW28 harmoniert ausgezeichnet mit dem grandiosen Cosworth-Motor, der nicht nur durch enorme Drehzahlen glänzt und Rosberg in Bahrain auf Anhieb die schnellste Rennrunde ermöglichte. Wurz: "Wir sind beim Testen damit sieben bis zehn Renndistanzen gefahren, haben praktisch jeden Motor ans Meilenlimit gebracht."
(apa/red)
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