Eine große Karriere geht zu Ende: Michaela Dorfmeister feiert in Aare ihren Abschied
- Riesentorlauf als letztes Rennen der 32-Jährigen
- "Stolz, dass man mich auch als Mensch respektiert"
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Der unvermeidliche Moment ist gekommen, aber selbst gewählt und deshalb trotz Wehmut ein schöner: Michaela Dorfmeister bestreitet in Aare mit dem Riesentorlauf ihr letztes Weltcuprennen. Die Abschiedstournee der 32-Jährigen wurde mit den Olympia-Goldmedaillen in Abfahrt und Super G in Torino 2006 sowie dem Speed-Kristall-Double und vier Weltcupsiegen in der Saison 2005/2006 (eine Abfahrt, drei Super G) zu einem wahren Triumphzug.
Oft wurde sie gefragt in diesem Winter, ob die Chance auf einen Rücktritt vom Rücktritt bestehe, aber stets hat sie mit fester Stimme bekräftigt. "Ich höre sicher auf." Dorfmeister wiederholte es mal um mal - und möglicherweise an jedem Weltcuport dieser Welt. Einige Stationen wird sie vermissen. "Die Klassiker - Lake Louise und Cortina natürlich." Schönste Momente wird sie viele in Erinnerung behalten: "Jede Medaille war ein großer Moment."
Einen besonderen Stellenwert hat der Abfahrts-Weltmeistertitel 2001 in St. Anton. "Gold im Heimrennen, die Zuschauer, die Atmosphäre, das werde ich nie vergessen", ist sie sich sicher. Ein "spezielles Gefühl" sei es gewesen, die Kugel für den Gesamtweltcuperfolg (2002) in Händen zu halten, ihren Emotionen freien Lauf ließ sie bei den Olympischen Spielen in Turin. "Ich bin froh, dass ich so viel Erfolg hatte, dass ich sagen kann, dass es so viele große Momente gab." Prüfungen zu bestehen hatte sie auch, Dorfmeister denkt dabei aber nicht an um ein paar hundertstel Sekunden verpasste Podestplätze und Medaillen: "Als Ulli Maier und Regine Cavagnoud starben, das waren schlechte Tage", hatte Dorfmeister auch viel zu verarbeiten.
Um ihre Nachfolge muss sie sich keine Sorgen machen. Mit Alexandra Meissnitzer und Renate Götschl setzen zwei der drei Golden Girls des ÖSV-Alpinteams ihre Karrieren fort, aber die junge Garde mit Nicole Hosp, Kathrin Zettel, Marlies Schild, Andrea Fischbacher und Elisabeth Görgl brennt darauf, die Vorherrschaft im Lande zu übernehmen. Und auf internationaler Ebene. "Sie brauchen noch ein, zwei Jahre, aber dann werden sie eine Janica Kostelic und Anja Pärson sicher ablösen", sagte Dorfmeister.
Das Reisen wird sie vermissen, die gute Kollegschaft und die netten Gesten zum Abschied rühren sie: "Ich bin ein bisschen stolz, dass man mich nicht nur als gute Skifahrerin, sondern auch als Mensch respektiert hat. Weil ich ein grader Michl bin und ein fairer Sportler", weiß Dorfmeister, die die Szenen nach dem Super G am Donnerstag genoss und mit der Deutschen Martina Ertl-Renz und der Französin Carole Montillet-Carles, die ebenfalls ihre Karrieren beenden, im Zielraum von ihrem Fanklub gefeiert wurde.
Janica Kostelic ging vor der Niederösterreicherin auf die Knie, die Fans verschenkten Trockenblumensträußchen an die Rennläuferinnen, Abfahrtscoach Jürgen Graller herzte seine Läuferin, Beiden liefen Tränen über die Wangen. "Das war ein würdiger Abschied", sagte Dorfmeister.
Ihren letzten offiziellen Start hat sie sich für zu Hause aufgehoben. Am 25. März, ihrem 33. Geburtstag, schnallt sie am Semmering im Rahmen des "Ski Charity Fanclub & Michaela Dorfmeister Last Race" noch einmal ihre Brettln an. "Das habe ich mir so gewünscht. Da fahren dann auch die Fans einmal selbst mit", so Dorfmeister, deren Anhänger zu den treuesten im Weltcupzirkus zählten.
(apa/red)
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