Sonntag, 19. März 2006

Kampf dem Rassismus im Fußball: Spaniens Regierung will Gesetz gegen Diskriminierung

  • Maßnahmen von Geldstrafen bis Zwangsabstieg

Spaniens Regierung will per Gesetz gegen Rassismus und Diskriminierung in den Fußballstadien vorgehen. Mit der Androhung von erhöhten Geldstrafen, Punkteabzügen und Zwangsabstieg sollen die Clubs dazu angehalten werden, rassistischen Fans Einhalt zu gebieten. "Ich hoffe, wir müssen sie niemals anwenden", sagte Sportminister Jaime Lissavetzky gegenüber der Sportzeitung "AS" vom Sonntag. "Aber das ist eine Warnung an jeden, dass sie angewendet werden können."

Bei einem Freundschaftsspiel zwischen Spanien und England im Jahr 2004 waren die schwarzen Mitglieder des englischen Teams im Stadion verhöhnt worden. Im Februar war Spaniens Fußball erneut wegen eines rassistischen Vorfalls in die Schlagzeilen geraten: Fans der Mannschaft Real Saragossa schmähten den für Barcelona stürmenden Kameruner Samuel Eto, der daraufhin das Spielfeld verlassen wollte. Er wurde zum Verbleib überredet und Saragossa vom spanischen Fußballverband zu einer Geldstrafe von 9.000 Euro verurteilt.

Nach der jüngsten Gesetzesvorlage können Vereine künftig mit einer Strafe von bis zu 90.000 Euro belegt werden. Einzelpersonen droht ein Bußgeld von bis zu 650.000 Euro und der Ausschluss von Sportveranstaltungen. Die Gesetzesvorlage der Regierung in Madrid folgt auf eine Entscheidung des Fußball-Weltverbandes FIFA vom Donnerstag, härter gegen Diskriminierung im Fußball vorzugehen. Die FIFA sieht als Strafen neben Punkteabzug und Zwangsabstieg auch Spielverbote und Ausschluss von Meisterschaften vor.

(apa/red)

19.3.2006 19:14