"Jeden Tag 50 bis 60 Tote": Ex-Premier
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Der frühere irakische Ministerpräsident Iyad Allawi sieht sein Land im Bürgerkrieg. "Leider befinden wir uns im Bürgerkrieg", sagte Allawi am Sonntag dem britischen Fernsehsender BBC. Jeden Tag gebe es "durchschnittlich 50 bis 60" Tote. "Wenn dies kein Bürgerkrieg ist, dann weiß nur Gott, was ein Bürgerkrieg ist", fügte Allawi hinzu.
Er habe seit langem auf die Gefahr eines politischen Vakuums im Irak aufmerksam gemacht. Auch habe er davor gewarnt, die irakischen Sicherheitskräfte aufzulösen. Selbst wenn sich die politischen Gruppierungen auf eine Regierung der nationalen Einheit zubewegten, so sei dies keine "unmittelbare Lösung". Nicht nur drohe der irakische Staat auseinander zubrechen. In der ganzen Region werde sich das "Sektierertum" ausbreiten. Selbst Europa und die Vereinigten Staaten würden nicht von der Gewalt in Folge dieser "sektiererischen Probleme" verschont.
"Käme Rückgabe Deutschlands an Nazis gleich"
Unterdessen ließ einmal mehr US-Verteidigungsminister Rumsfeld mit einem Sager aufhorchen. Ein rascher Abzug der US-Truppen aus dem Irak käme, laut Rumsfeld, einer Rückgabe Deutschlands an die Nazis nach dem Zweiten Weltkrieg gleich. "Wenn wir heute dem Nachkriegs- Irak den Rücken zuwenden würden, wäre dies eine moderne Entsprechung zu einer Rückgabe Nachkriegs-Deutschlands an die Nazis", so Rumsfeld der "Washington Post" angesichts der internationalen Proteste zum dritten Jahrestag der Invasion der USA und ihrer Verbündeten in den Irak. "Es wäre eine ebenso große Schande, als wenn wir die befreiten Nationen Osteuropas aufforderten, unter Sowjet-Herrschaft zurückzukehren."
Noch seien die irakischen Sicherheitskräfte nicht in der Lage, sich alleine gegen Aufständische und Anhänger des früheren Präsidenten Saddam Hussein durchzusetzen.
(apa)
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