Freitag, 17. März 2006

Schießerei nahe Obersten Gerichtshof in Madrid: Mann wollte ins Gebäude eindringen

  • Täter wurde von Sicherheitskräften überwältigt
  • Terroristischer Hintergrund wird nicht ausgeschlossen

Ein bewaffneter Mann hat den Obersten Gerichtshof in Madrid gestürmt und mehrere Schüsse in dem Gebäude abgegeben. Nach Rundfunkberichten konnte er von den Sicherheitsleuten überwältigt und entwaffnet werden. Es sei niemand verletzt worden.

Der Zwischenfall hatte möglicherweise einen terroristischen Hintergrund. Der Schütze rief nach seiner Festnahme nämlich "Gora Euskadi" (Es lebe das Baskenland), berichtete die spanische Tageszeitung "El Mundo" unter Berufung auf Augenzeugen in ihrer Internetausgabe. Die baskische Untergrundorganisation ETA kämpft seit mehr als drei Jahrzehnten mit gewaltsamen Mitteln für eine Unabhängigkeit der Region von Spanien.

Beim Täter habe es sich um einen Sicherheitsbeamten gehandelt, der mit Platzpatronen gefeuert habe. Der 42-Jährige habe das Gerichtsgebäude gegen Mittag betreten. Ein Gerichtsdiener habe ihn gesehen und Alarm geschlagen, worauf der Mann fünf bis sechs Schüsse abgegeben habe. Es gab weder Verletzte noch Sachschaden. Der nicht vorbestrafte Mann sei unmittelbar darauf von anderen Wächtern überwältigt worden. Als er von den Polizisten mit einer Decke über dem Kopf aus dem Gerichtsgebäude gebracht wurde, habe er Augenzeugen zufolge mehrmals "Gora Euskadi" gerufen. (apa/red)

17.3.2006 12:23