Weltwasserforum in Mexiko: Rund eine Milliarde Menschen ohne sauberes Wasser
- UNO will diese Zahl bis 2015 halbieren
Das Ziel der Vereinten Nationen (UN), bis 2015 die Anzahl der Menschen ohne Zugang zu sauberem Trinkwasser zu halbieren, liegt offenbar noch weit entfernt. Neue Ideen und Investitionen seien gefragt, forderten Abgeordnete der Konferenz "World Water Forum", die seit Donnerstag in Mexiko-Stadt tagt.
Zwar investierten private Firmen in den neunziger Jahren rund 25 Milliarden Dollar in Wasserversorgung und Abwassersysteme in den ärmsten Ländern der Welt. Viele Unternehmen fuhren ihren Einsatz in Ländern wie Bolivien oder Indonesien aber mittlerweile wieder zurück.
Rund einer Milliarde Menschen fehlt es an sauberem Trinkwasser. Die UN hatten der Wasserversorgung in den ärmsten Ländern in ihren Millenniums-Entwicklungszielen im Jahr 2000 höchste Priorität eingeräumt.
Die Hoffnung, dass private Gelder entscheidend dabei helfen, dieses Ziele zu erreichen, habe sich als unrealistisch herausgestellt, sagte Daniel Zimmer, ein Organisator der Konferenz. Der Einsatz privater Firmen stoße auf Widerstand. In vielen Ländern wird kritisiert, dass auf diesem Wege die Privatisierung in den Entwicklungsländern gefördert und die Wasserversorgung zur Profitgewinnung genutzt werde.
Beim World Water Forum treffen sich Regierungs- und Wirtschaftsvertreter, Vertreter von internationalen Organisationen und Wissenschaftler. Kritiker werfen dem Forum vor, vor allem die Interessen reicher Nationen und großer Unternehmen zu berücksichtigen und Entwicklungsländer auszuschließen. Außerdem beklagen sie eine zunehmende Privatisierung der Wasserwirtschaft. (apa/red)
