Donnerstag, 16. März 2006

Status-Verhandlungen in Wien: "Kosovo-Gespräche sind extrem konstruktiv"

  • Beginn der Statusdiskussion in ein "paar Monaten"

Der Leiter der zweiten Verhandlungsrunde der Wiener Kosovo-Gespräche, Albert Rohan, erklärte Freitag Abend, die Gespräche seinen "extrem konstruktiv verlaufen". "Die Verhandlungen sind themenkonzentriert und nicht polemisch gewesen", sagte Rohan in einer Pressekonferenz in Wien. Die eigentlichen Verhandlungen über die Statusfrage des Kosovo könnten allerdings erst in ein "paar Monaten" beginnen.

Die Verhandlungsrunde sei mit keiner formellen Einigung abgeschlossen worden, die Ergebnisse würden in einem Bericht zusammengefasst und beiden Verhandlungspartnern vorgelegt werden, sagte Rohan. Die nächste Verhandlungsrunde werde am 3. April in Wien stattfinden. Er hofft, dass im Laufe des Aprils zudem die Neufestlegung der Gemeindegrenzen diskutiert werde.

Im Mittelpunkt der zweiten Gesprächsrunde standen die Finanzierung der serbischen Gemeinden im Kosovo, ihre Bindungen untereinander sowie ihre Beziehungen zu Belgrad.

Erstmals war Hashim Thaci, Vorsitzender der Demokratischen Partei des Kosovo und Ex-Führer der "Kosovo-Befreiungsarmee" (UCK), Leiter des Verhandlungsteams Pristinas. Vor dem Beginn der Gespräche protestierte Belgrad scharf gegen seine Teilnahme. Belgrad wirft Thaci vor, Kriegsverbrechen gegen die serbische Zivilbevölkerung während des Kosovo-Krieges (1998/99) begangen zu haben.

Die erste Gesprächsrunde fand am 21. Februar in Wien statt. Im Mittelpunkt standen Dezentralisierungsfragen in den Bereichen Gesundheit, Bildung, Soziales, Justiz und Polizei. Pristina fordert die Unabhängigkeit der seit 1999 von der UNO verwalteten Provinz. Belgrad tritt hingegen für eine weitgehende Autonomie ein.

Im Rahmen der Verhandlungen über den künftigen Status der von der UNO verwalteten serbischen Provinz Kosovo sind in Wien die Dezentralisierungsgespräche zwischen Vertretern Belgrads und Pristinas fortgesetzt worden. Im Mittelpunkt der zweiten Gesprächsrunde unter der Leitung von Albert Rohan, dem Stellvertreter des UNO-Chefverhandlers Martti Ahtisaari, standen die Finanzierung der serbischen Gemeinden im Kosovo, ihre Bindungen untereinander sowie ihre Beziehungen zu Belgrad.

(apa)

16.3.2006 22:27