Leipziger Buchmesse ist eröffnet: 1.800 Lesungen und Foren an vier Messe-Tagen
- 2.162 Verlage aus 30 Ländern, 52 Austro-Verlage
- Schuh erhielt Preis in Kategorie Sachbuch/Essayistik

Die Leipziger Buchmesse ist für das Publikum eröffnet. Bis Sonntag präsentieren 2162 Verlage aus 36 Ländern ihre Frühjahrsprogramme. Österreich ist mit 52 Verlagen vertreten, der Stand der IG Autoren ist doppelt so groß wie im Vorjahr. Im eigens eingerichteten Wiener Kaffeehaus werden Werke von Autorinnen und Autoren wie Eva Rossmann, Franz Schuh oder Ingrid Noll präsentiert. Schuh wurde bereits am ersten Tag eine große Ehre zuteil: Der Wiener wurde mit dem Preis der Leipziger Buchmesse in der Kategorie Sachbuch/Essayistik ausgezeichnet.
Am Stand des Hauptverbands des Österreichischen Buchhandels präsentieren sich von 16. bis 19. März 20 heimische Verlage, 32 Verlage sind mit eigenen Ständen auf der Messe. Der Stand der IG Autorinnen Autoren ist gleich doppelt so groß wie im Vorjahr. Am Österreich-Stand des Hauptverbands finden 23 Lesungen im dazugehörigen Wiener Kaffeehaus statt. Dabei geben die Krimi-Spezialistinnen Eva Rossmann, Ingrid Noll und Gabriele Wolff Einblick in mörderische Milieus, Eugenie Kain und Alois Hotschnig präsentieren leisere Erzählungen, während Alexander Schimmelbusch und Raoul Biltgen laut Aussendung "härteren Stoff liefern". Außerdem wird Franz Schuh aus seinem Essayband "Schwere Vorwürfe, schmutzige Wäsche" (Zsolnay) lesen, der in der Kategorie Sachbuch/Essayistik um den "Preis der Leipziger Buchmesse" rittert.
Europas größtes Lesefest "Leipzig liest" bietet in vier Tagen und Nächten rund 1800 Lesungen und Foren mit prominenten Autoren, Debütanten, Politikern, Künstlern und Wissenschaftlern. Schwerpunkte sind die junge deutschsprachige und die Literaturen Mittelosteuropas. Das Verhältnis der EU zu den neuen und den potenziellen Mitgliedern ist Thema des Autorenspecials, in dem sieben Autoren aus sieben Ländern über ihre Sicht sprechen. Großen Raum nehmen zudem die Hörbücher mit 120 Ausstellern sowie der Bereich Kinder- und Jugendbuch ein.
Prominente lesen vor
Zu Lesungen erwartet werden Lars Brandt, Sohn des früheren deutschen Bundeskanzlers Willy Brandt, Jungautorin Juli Zeh, die Schauspieler Dietmar Schönherr und Heiner Lauterbach, die Musiker Heinz Rudolf Kunze und Pink Floyd-Schlagzeuger Nick Mason. Die Chefin der Stasi-Unterlagenbehörde, Marianne Birthler, diskutiert mit Autor Henry Leide über dessen Buch "NS-Verbrechen und Staatssicherheit", der deutsche Ex-Kulturminister Julian Nida-Rümelin und der Soziologe Lord Ralf Dahrendorf reden über Deutschland.
Die "Tatort"-Kommissarinnen Andrea Sawatzki und Sabine Postel sowie "Tatort"-Pathologe Jan Josef Liefers sind Akteure der ARD-Radionacht der Hörbücher, bei der der Publikumspreis HörKules für das beste Hörbuch 2005 vergeben wird. Bei der "Langen-Ossi-Wessi-Nacht" streiten parallel unter anderem Erich Loest, Amelie Fried, Fritz J. Raddatz und Franz Xaver Kroetz, ob es "1:0 für Ossiland" steht.
Schuh erhielt Preis in Kategorie Sachbuch/Essayistik
Der österreichische Autor Franz Schuh ist am Donnerstag mit dem Preis der Leipziger Buchmesse in der Kategorie Sachbuch/Essayistik ausgezeichnet worden. Schuh, 1947 in Wien geboren, erhielt die Auszeichnung für seinen Essayband "Schwere Vorwürfe, schmutzige Wäsche" (Zsolnay).
Jurymitglied Franziska Augstein ("Süddeutsche Zeitung") bezeichnete Schuh als "Essayisten österreichischer Tradition", der "viel gesehen und noch mehr gelesen" hat. Der Preis der Leipziger Buchmesse ist mit 45.000 Euro dotiert und zeichnet zu gleichen Teilen - mit je 15.000 Euro - die besten Neuerscheinungen in den Kategorien Sachbuch/Essayistik, Übersetzung sowie Belletristik aus.
Schuh hat Philosophie, Geschichte und Germanistik studiert. Er wurde bereits mehrfach ausgezeichnet, u. a. im Jahr 2000 mit dem erstmals verliehenen Jean Amery-Preis für Essayistik. (apa/red)
