Neue Bilder des Grauens aus Abu Ghraib: Schockierende Folter-Beweise veröffentlicht
- Irak: Skandal um US-Militärgefängnis weitet sich aus
- Häftlinge misshandelt, gequält und sexuell erniedrigt

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Zwei Jahre nach Bekanntwerden des Folter- und Misshandlungsskandals von Abu Ghraib hat das US-Online-Magazin salon.com 279 Fotos und 19 Videos aus dem berüchtigten US-Militärgefängnis veröffentlicht. Zu den schockierenden Aufnahmen gehören erstmals auch Bilder, die Häftlinge mit Schuss- oder Bisswunden, Frauen mit entblößtem Oberkörper und mit Fäkalien beschmierte Iraker zeigen.
Es handelt sich um die bislang umfangreichste öffentlich zugängliche Dokumentation über den Misshandlungsskandal im US- Militärgefängnis Abu Ghraib bei Bagdad zwischen Ende 2003 und Anfang 2004. Die Bilddokumente stammen nach Angaben des Online-Magazins von einem Armee-Angehörigen, der sowohl in Abu Ghraib diente als auch mit der Arbeit der Militärermittler vom "Criminal Investigation Command" (CID) vertraut ist.
Zum besseren Verständnis haben die Autoren die Akte "The Abu Ghraib Files" in neun Kapitel und eine zusätzliche Video-Rubrik unterteilt. Die einzelnen Sektionen lauten: "Schnittwunden", "Elektrokabel", "geistig verwirrt", "Arbeitshunde", "Standardverfahren" und "sexuelle Erniedrigung". Jeder Rubrik folgt die Warnung: Die Fotos enthalten beunruhigende Abbildungen von Gewalt, Missbrauch und Erniedrigung.
Auf den Bildern finden sich viele bekannte Gesichter, wie beispielsweise das der US-Soldatin Lynndie England, die inzwischen zu einer dreijährigen Haftstrafe verurteilt wurde. Im Zuge des Abu- Ghraib-Skandals sind sieben US-Soldaten angeklagt und verurteilt worden. Die für die Aufsicht der Gefängnisse im Irak zuständige Generalin Janis Karpinski wurde degradiert. Die US-Armee hatte angekündigt, dass sie das berüchtigte Militärgefängnis rund 30 Kilometer westlich von Bagdad schließen möchte.
Junger Häftling gestorben
In Abu Ghraib ist unterdessen ein junger Häftling unter bisher ungeklärten Umständen gestorben. Die US-Armee berichtete, der 24 Jahre alte Iraker sei ohnmächtig aufgefunden worden. Er sei offensichtlich eines "natürlichen Todes gestorben".
Die US-Regierung hatte angekündigt, sie wolle das Gefängnis, das wegen der Misshandlung von Häftlingen durch US-Soldaten international in die Schlagzeilen geraten war, demnächst schließen und die Gefangenen in ein anderes amerikanisches Militärgefängnis im Irak bringen.
(apa/red)
