Freitag, 17. März 2006

Seelsorge für wachsende Zahl islamischer Soldaten: Platter will Imame einstellen!

  • Beratungen mit islamischer Glaubensgemeinschaft
  • Pläne sorgen bei FPÖ für Empörung: "Aprilscherz"
    UMFRAGE: Sind Sie für Imame beim Bundesheer?

Beim österreichischen Bundesheer könnten sich künftig Imame um die Seelsorge islamischer Heeresangehörige kümmern. Hintergrund dieser Überlegung ist der steigende Anteil muslimischer Wehrpflichtigen, der nach Angaben des Verteidigungsministeriums bei 3,5 Prozent - rund 1.000 Soldaten - liegt . Das sei in etwas gleichviel wie der Anteil der evangelischen Soldaten. Bei der FPÖ stößt dieser Vorstoß auf scharfe Kritik.

Das Ministerium stehe derzeit mit der islamischen Glaubensgemeinschaft im Gespräch, hieß es aus dem Büro von Verteidigungsminister Günther Platter (V) auf Anfrage der APA. Da die Militärseelsorger in Heer integriert sind, also Uniformen tragen und auch bei Auslandseinsätzen tätig sind, sei die Angelegheit etwas kompliziert. Man brauche länger, um die Modalitäten zu klären, so das Verteidigungsministerium. Platter stehe jedenfalls "voll hinter" der Initiative, bei der es um die "Gleichstellung der Religionen" gehe.

Beim Heer müssen die Geistlichen neben Gottesdiensten Seelsorge im Wortsinn leisten. Momentan gibt es in der Wiener Maria Theresien-Kaserne ein Gebetshaus, in der ein externer Imam das Freitagsgebet spricht. Für die evangelischen Soldaten stehen sieben Seelsorger zur Verfügung, wie viele Imame engagiert werden könnten, ist aber noch unklar, es dürften weniger werden.

Bei der FPÖ sorgen diese Pläne für Empörung: "Wäre heute der 1. April, würde ich glauben, es handelt sich um einen üblen Faschingsscherz", meinte Generalsekretär Harald Vilimsky in einer Aussendung. Die FPÖ werde "entschiedenen Widerstand" leisten, wenn "'Minarett statt Barett' die neue Devise im heimischen Bundesheer" lauten solle. "Das österreichische Bundesheer braucht keine islamischen Prediger, sondern eine ordentliche Ausrüstung sowie ein unerschütterliches Bekenntnis zur Republik Österreich", so Vilimsky.(apa/red)

17.3.2006 13:58