Samstag, 18. März 2006

Zweitältester Österreicher: Archäologischer
Sensationsfund in Vorarlberg ausgegraben!

  • 7.500 Jahre alte Überreste eines Kindes entdeckt
  • Plus: Skelett aus Jungsteinzeit bei Bozen gefunden

Als archäologischer Sensationsfund haben sich bei Götzis (Bezirk Feldkirch) gefundene Knochenreste herausgestellt. Sie stammen von einem Kind, das etwa 7.500 v. Chr. gelebt hat und stellten sich als die ältesten menschlichen Überreste der Region heraus.

Einem Bericht der "Vorarlberger Nachrichten" (Samstags-Ausgabe) zufolge wurden die menschlichen Skelettreste durch den Archäologen Walter Leitner von der Universität Innsbruck eindeutig der Mittelsteinzeit zugeordnet. Es handelt sich somit nach Angaben des Wissenschafters um die Entdeckung des zweitältesten "Österreichers". Nur bei Krems gefundene Kinderskelette wären mit rund 25.000 Jahren noch älter als jene Fundstücke vom Fuß des Kummenberges bei Götzis.

Der Kummenberg mitten im Rheintal ist heute die natürliche Grenze zwischen Vorarlberger Unterland und Oberland. Vor tausenden von Jahren gehörte er zum Uferbereich eines fischreichen Sees. In der Mittelsteinzeit (etwa 8.000 bis 5.500 v. Chr.) hatten sich hier Menschen angesiedelt. Am späteren Fundort dürften Jäger, Fischer und Sammler unter einem Felsvorsprung für einige Zeit Schutz gesucht haben.

Der Fund soll in den nächsten Jahren in einer Spezialabteilung am Vorarlberger Landesmuseum in Bregenz ausgestellt werden. Experten gehen davon aus, dass sich im Lager des Landesmuseums noch weitere archäologische Kostbarkeiten verbergen könnten: Die jetzt zugeordneten Knochenstücke waren bereits vor Jahren ausgegraben, aber erst später wissenschaftlich untersucht worden. Von den "Vorarlberger Nachrichten" wurde der Fund übrigens auf "Götzi" getauft.

Skelett aus der Jungsteinzeit bei Bozen entdeckt
Einen Aufsehen erregenden Fund haben Archäologen vor den Toren von Schloss Sigmundskron bei Bozen gemacht: In einem jungsteinzeitlichen Grab entdeckten sie das Skelett einer Frau, das gut 6.000 bis 7.000 Jahre alt sein dürfte, berichtete die Südtiroler Tageszeitung "Dolomiten" am Samstag.

Der wissenschaftliche Beweis mit der C14-Methode steht zwar noch aus, doch das Landesamt für Bodendenkmäler hat dem Bericht zufolge keinen Zweifel, dass es sich hierbei um eine jungsteinzeitliche Bestattung handelt. Die Beckenknochen lassen auf eine Frau schließen. Es wäre somit die älteste Südtirolerin, die bis jetzt im Land gefunden wurde, älter sogar als Ötzi (5.300 Jahre alt).

Doch während es sich bei dem Mann aus dem Eis um eine gut erhaltene Mumie handelt, sind von der Frau nur noch Knochen erhalten. "Und die befinden sich leider in sehr schlechtem Zustand", hieß es beim Landesamt für Bodendenkmäler. Es wurde aber nicht ausgeschlossen, dass es in der Nähe noch weitere jungsteinzeitliche Gräber gibt, weil sich im 5. Jahrtausend vor Christus eine Siedlung am Hügel von Sigmundskron befand. Seit drei Jahren sind die archäologischen Grabungen im Gang.(apa/red)

18.3.2006 09:57