Gefährliche Mutprobe in Oberösterreich: Penis in Mausefalle, Baden in Elefantenkot
- Jugendliche holen sich "Ideen" aus US-Fernsehserie
- Jugendpsychiater: 'Neue Facette der Selbstverletzung'
Ein oberösterreichischer Schüler hat versucht, auf seinen Genitalien eine Mausefalle zuschnappen zu lassen. Derartige Mutproben nach Vorbild einer amerikanischen Kultserie kommen offenbar auch bei österreichischen Jugendlichen immer mehr in Mode. Psychiater halten diese Entwicklung für "sehr bedenklich".
Aus dem Fernsehen erhalten die Jugendlichen jede Menge Anregungen zum Nachahmen: Die Palette reicht vom Baden in Elefantenkot über das Essen von Omelettes aus Erbrochenem bis hin zum gegenseitigen Beschießen mit Dartpfeilen oder Elektroschockern. Krokodile beißen sich in Brustwarzen fest, mit Skateboards wird gegen die Wand gerast, berichten die "Oberösterreichischen Nachrichten" in ihrer Freitag-Ausgabe.
Auch in Oberösterreich kursieren derartige Videos bereits unter Jugendlichen. Eine Mutter entdeckte kürzlich einen Clip auf dem Handy ihres 15-jährigen Sohnes, in dem der Protagonist eine Mausefalle auf seinen Genitalien zuschnappen lässt. Als sie dann auch im Zimmer des Burschen eine Falle fand, stellte sie den Filius zur Rede. "Ja, ich habe das ausprobiert. Es war eine Mutprobe", erhielt die Frau als Antwort.
Der oberösterreichische Jugendpsychiater Werner Leixenring bezeichnete die Entwicklung im Zeitungsinterview als "sehr bedenklich." Es handle sich um "sado-masochistische Tendenzen" und eine "neue Facette der Selbstverletzung". Die Jugendlichen würden gar nicht erkennen, was sie sich damit antun: "Die Gefahr wird völlig unterschätzt. Sie glauben, wenn was passiert, wird es ein Arzt wieder gut machen." Er rät den Eltern zu ausführlichen Gesprächen mit ihren Kindern, um eine Vertrauensbasis zu schaffen.
(apa)
