Juwelenraub in Salzburg: Zwei Täter ließen Beute um mehrere 100.000 Euro mitgehen
- Juwelier Nadler bereits zum 6. Mal Überfalls-Opfer
Bei einem Überfall auf eine Filiale des Salzburger Juweliers Helmut Nadler erbeuteten zwei maskierte Räuber am Donnerstagvormittag Schmuck im Wert von 300.000 bis 500.000 Euro. Die beiden Täter zwangen die beiden Verkäuferinnen, den Tresor zu öffnen, und plünderten ihn dann. Die beiden flüchteten zu Fuß. Der Juwelier Nadler wurde in den vergangenen eineinhalb Jahren bereits zum sechsten Mal Opfer von Straftätern.
Das Duo stürmte gegen 9.15 Uhr die Filiale in der Dreifaltigkeitsgasse in der rechten Altstadt. Beide waren dunkel bekleidet, trugen eine Mütze und einen Schal vor dem Gesicht, einer hielt eine Waffe, vermutlich eine Faustfeuerwaffe in der Hand. "Da ihnen der in den Vitrinen ausgestellte Schmuck offensichtlich zu minderwertig war, deuteten sie auf den Tresor, sagten "Watches" und ließen ihn aufsperren", schilderte der stellvertretende Leiter des Landeskriminalamtes, Josef Holzberger, der APA.
Verkäuferinnen überwältigt
Die Räuber zwangen die beiden Verkäuferinnen - die Tochter des Inhabers sowie eine Angestellte - ins Hintere des Geschäftes, eine der Frauen wurde sogar zu Boden gedrückt. Unmissverständlich machten ihnen die Täter klar, dass sie wegschauen und keinesfalls reden sollen, während sie die Pretiosen aus dem Tresor räumten. Sie sprachen nur wenige Worte Englisch miteinander, ob Englisch ihre Muttersprache ist, traue er sich nicht zu sagen, so Holzberger.
Das Duo packte die Beute höchstwahrscheinlich in einen Rucksack und verließ ebenso schnell wieder das Geschäft. Zeugen sahen noch, wie sie in Richtung Platzl und Steingasse flohen, dort verlor sich ihre Spur. Die Polizei leitete eine Alarmfahndung ein, bei der auch ein Hubschrauber eingesetzt wurde, diese brachte aber keinen Erfolg.
Täter schwarz vermummt
Die Beschreibung der Täter fiel relativ bescheiden aus. Beide sollen jüngeren Alters sein und sprachen - zumindest beim Raub - kein Wort Deutsch. Einer ist etwa 1,70 groß, der andere wurde hingegen auf 2,00 Meter geschätzt. Sie trugen schwarze Kleidung, jeder eine Mütze und einen Schal zum Vermummen.
Die beiden Verkäuferinnen waren nach dem Überfall schockiert, insbesondere jene, die von einem Räuber zu Boden gedrückt worden war, schilderte Holzberger. Die zwei Frauen wurden vom Kriseninterventionsteam des Roten Kreuzes betreut.
Juwelier schon zum 6. Mal überfallen
Der Juwelier Nadler mit seinen drei Filialen in der Stadt Salzburg war in den vergangenen eineinhalb Jahren mit dem heutigen Überfall bereits sechs Mal Opfer von Straftätern. Am spektakulärsten war ein Coup am 24. Oktober des Vorjahres, bei dem ein 39-jähriger Franzose in der Getreidegasse Schmuck im Wert von mehreren 100.000 Euro erbeutet hatte. Nach einer Fahndung und wilden Verfolgungsjagd wurde der äußerst brutale Täter etwa sechs Stunden nach dem Raub in Sterzing in Südtirol verhaftet.
Im Sommer des Vorjahres waren Unbekannte mit dem Auto in die Auslage der Filiale in der Linzergasse gefahren, dort stahlen sie 45 Uhren vorwiegend der Marke Breitling und Omega im Wert von 80.000 Euro, der Sachschaden betrug weitere 40.000 Euro. Zwei Wochen später fuhren Einbrecher gegen die Auslage jener Filiale, die heute überfallen wurde. Damals zersplitterte zwar das Glas, das Fenstergitter hatte aber gehalten.
(apa)
