Shoppingwelten am Flughafen boomen - Airport-Besuche ganz ohne Urlaubspläne
- Laufkundschaft für Flughäfen immer bedeutender
- Studie: Für Wien und Frankfurt besteht Aufholbedarf Bis 2008 soll auch in Wien "Airport City" entstehen

Der wirtschaftliche Erfolg eines Flughafens wird in Zukunft mehr vom Umsatz im Bereich Non-Aviation, also Einzelhandel, Gastronomie, Parken, Werbung und Immobilienvermietung, als vom Kerngeschäft Luftfahrt abhängen.
Dies hat das Beratungsunternehmen A.T. Kearney bei der Analyse von 15 Flughäfen in ganz Europa herausgefunden. Die Besten: Oslo, Kopenhagen und München. Der Flughafen Wien rangiert hingegen am unteren Ende.
Vorreiter München
Die Münchner erzielen bereits 45 Prozent ihres Gesamtumsatzes im Bereich Non-Aviation. Beim Vergleich des Umsatzes pro Passagier ist München sogar Spitzenreiter, elf Euro gibt jeder der 28,8 Mio. Fluggäste am Münchner Flughafen aus.
Die Zukunft: "Airport City"
Das Konzept der Zukunft ist laut der Studie von A.T. Kearney die so genannte "Airport City". Der Flughafen soll als eigene kleine Stadt verstanden werden, die den Kunden nicht nur "abfertigt", sondern in den Mittelpunkt stellt und ihm eine unverwechselbare, authentische Erlebniswelt bietet. Diese Idee hat sich in Amsterdam und München bereits bestens bewährt. Neben einem breit gefächerten Angebot im nicht-öffentlichen Bereich bieten beide Flughäfen auch im zentralen Flughafenbereich, der auch Besuchern zugänglich ist, Freizeit-, Genuss- und Erlebnisangebote. "Einkaufen am Flughafen ist längst kein Luxusvergnügen mehr", erklärt Anspach. "Gerade am Wochenende kommen auch viele Leute aus dem Umland zu uns." Neben hochklassigen Geschäften mit teurer Markenware bietet der Münchner Flughafen zum Beispiel auch einen Supermarkt.
Wellness und Brauerei
Auch außergewöhnliche Angebote kommen bei den Flughafen-Shoppern gut an, fand A.T. Kearnsey heraus. Der Flughafen in Amsterdam etwa lockt mit einem eigenen Museen samt Verkaufsshop, in München und London kann man sich im Flughafen Spa entspannen und in Athen ist an den Flughafen ein eigener Retail Park mit einer Ikea-Filiale und einem Elektronik-Megastore angegliedert. In München gibt es zudem eine Flughafen eigene Brauerei, das "Airbäu".
Schnellimbisse besonders gefragt
Länderspezifische Lifestyle Produkte und Souvenirs lassen sich laut der A.T. Kearney Studie ebenfalls bestens am Flughafen vermarkten. Neben der klassischen Gastronomie seien zudem Take Away-Angebote, wie Hot Dog-, Waffel- und Brezelstände und kleine Minishops, etwa am Check-In-Schalter, am Gate und in der Ankunftshalle gefragt.
2008 bekommt Wien seine "Airport City"
Während der Münchner Flughafen das von A.T. Kearney empfohlene Konzept bereits bestens umgesetzt hat, rangieren die Flughäfen Frankfurt am Main und Wien noch auf den hinteren Plätzen. Der Anteil von Non-Aviation am Gesamtumsatz beträgt bei Europas zweitgrößtem Flughafen nur 19 Prozent, in Wien sogar nur 17 Prozent. Laut A.T. Kearney sind sich die Österreicher der Bedeutung des Non-Aviation-Umsatzes jedoch bewusst. Bis 2008 soll auch in Wien eine Konsum orientierte "Airport City" entstehen. (pte)
