Mittwoch, 8. März 2006

Hermann Nitsch: Im Schloss des Blutmalers

Der Aktionskünstler gewährt erstmals Einblick in sein Barockschloss.

Kein Verkehrsschild weist den Weg, kein Plan zeigt die genaue Lage. Wer Hermann Nitsch in der versteckten Weinviertler Gemeinde Prinzendorf, etwa 45 Kilometer nördlich von Wien, besuchen will, fragt sich am besten durch. Jeder kennt in dieser Gegend den Aktionskünstler, der seit 1971 im örtlichen Barockschloss wohnt.

Auffällig dabei: Während noch immer einige selbst ernannte Kunstexperten und Tierschützer den Meister des Orgien-Mysterien-Theaters ob seiner Blut-Aktionen wüst kritisieren, ist Nitsch in seinem Heimatort äußerst beliebt. Nicht, weil die Bevölkerung der Weinviertler Gemeinde besonders kunstbeflissen wäre. Vielmehr deshalb, weil Nitsch seit Jahren kontinuierlich dafür sorgt, dass das Barockschloss seinen alten Glanz zurückerhält.

„Sie können sich nicht vorstellen, wie verlottert das Anwesen früher ausgesehen hat“, erzählt ein Prinzendorfer Bauer. „Wir sind schon sehr froh, dass sich Nitsch jetzt so darum kümmert.“

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8.3.2006 17:30