Mittwoch, 8. März 2006

,Sanfte‘ Chirurgie: Operation per Joystick

Technische Revolution im OP-Saal: NEWS war live bei einer den Patienten schonenden ,Schlüsselloch‘-Operation. Ein schwer kranker Patient wird über vier winzig kleine Schnitte von seinem Leiden befreit.

Die Schmerzen im linken Unterbauch wurden im Laufe der Monate immer drängender. Anfangs diffus anschwellend, verschwanden sie bald wieder, um kurz danach umso intensiver wiederzukehren. Für den Museumsmitarbeiter Gustav Mikuta, 54, bestand zunächst kein Grund zur Besorgnis – zumal Druckgefühle und Schmerzen die längste Zeit
mit Tabletten unterdrückt werden konnten. Permanente Stuhlunregelmäßigkeiten negierte er. Bis es eines Tages nichts mehr zu negieren gab: Der Unterbauch schwoll an, fühlte sich steinhart an, und die Schmerzen trotzten selbst den allerstärksten Tablettendosen.

Multiple Divertikulose mit schwerer Entzündung. Spät, aber gerade noch rechtzeitig konsultierte Mikuta den Hausarzt. Der überwies den gebürtigen Polen zur Coloskopie – einer schmerzlosen Untersuchung des Dickdarms, und zum Bauchröntgen. Durch die eine Untersuchung konnte der gefürchtete Darmkrebs zwar ausgeschlossen werden – die dabei festgestellten zahlreichen Divertikel (pilzförmige Darmwandausstülpungen, in deren Umfeld sich Stuhlreste ablagern können) ließen jedoch Schlimmes erahnen. Das Röntgenbild brachte Gewissheit: Etwa 20 Zentimeter des unteren Dickdarms waren schwer entzündet. Dem Patienten Mikuta drohte ein Darmverschluss – oder, ebenso dramatisch, ein Darmdurchbruch mit Eitererguss in den Bauch. „In diesem Fall muss eine Notoperation durchgeführt werden“, sagt Professor Michael Rogy, Chirurgieprimarius des Krankenhauses der Barmherzigen Brüder in Wien. Not-OP heißt: Bauch breit aufschneiden, Eiter absaugen, entzündetes Darmstück entfernen – und hoffen, dass der Patient eine mögliche Sepsis übersteht.

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PLUS: So läuft die Laparoskopie

8.3.2006 17:02